Kostenloses Surfen in der Innenstadt ist jetzt Realität

Freies W-Lan in Gifhorn

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Besucher der Gifhorner Innenstadt kommen mit dem Smartphone jetzt kostenlos ins Internet. 

Gifhorn. Es tut sich etwas in der Kreisstadt. Seit dieser Woche ist freies W-Lan in der Gifhorner Innenstadt Realität.

Die ersten sieben Knotenpunkte sind in Betrieb, und so sieht man am späten Nachmittag viele meist junge Menschen auf dem Marktplatz beim gemeinsamen Surfen – für sie kostenfrei.

Rüdiger Biernat, Vorsitzender des Vereins Freifunk Uelzen, stellte das Prinzip des Freifunks vor.

Kürzlich stellte der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Freifunk Uelzen, Rüdiger Biernat, das System des Freifunks vor. Mit einem extra Router kann jeder Anwohner der Innenstadt der Allgemeinheit einen Anteil an seinem Surfvolumen zur Verfügung stellen, dessen Höhe man selber bestimmen kann. „Das eigene Netz wird davon nicht berührt und ist sicher“, sagte Biernat in der Hochzeitsmühle Lady Devorgilla vor mehr als 40 interessierten Geschäftsleuten, Politikern und Vertretern der Verwaltung.

Das Freifunksystem, das schon in einigen anderen Städten realisiert ist, unter anderem in Uelzen, ist auch eine gute Ausweichmöglichkeit für die Netzkunden selber, sollte es einmal zu Netzausfällen kommen. „Denn dann wird einfach über einen anderen Knoten gesurft, ganz automatisch“, erklärte Biernat. Vermaschung heißt das Stichwort des vernetzten Freifunksystems. Und da der Verein Freifunk Uelzen die Daten verschlüsselt ins Ausland sendet, von wo es dann ins Internet geht, entfällt auch die Störerhaftung. Denn die gilt nur in Deutschland.

Wer Surfvolumen zur Verfügung stellt, muss daher nicht haften, sollte ein anderer Nutzer etwa illegale Downloads vornehmen. Dennoch sei der Freifunk kein rechtsfreier Raum. „Wir arbeiten bei Straftaten mit den Behörden zusammen, mussten das aber seit 2014 noch nicht tun“, ergänzte Biernat.

Notwendig für das für die Bürger und Betreiber kostenlose Surfvergnügen ist ein spezieller Router. Die stadteigene Wirtschafts- und Stadtmarketing GmbH Wista spendiert den ersten zehn Geschäftsleuten oder Anwohnern der Fußgängerzone einen solchen Router samt einer halben Stunde Installation durch einen Techniker, erklärte Wista-Geschäftsführer Martin Ohlendorf. Die Router sollten auf Dächern oder in Fenstern aufgestellt werden und hätten dann eine Reichweite von bis zu 100 Metern. Auf Nachfrage sagte Biernat, dass die derzeit sieben installierten Knoten zu wenig für alle Besucher des Altstadtfests seien.

Die Strahlenbelastung sei geringer als bei einem Schnurlostelefon oder einem Smartphone, so Biernat. Mit dem Angebot wolle man die Stadt attraktiver machen und die Verweildauer in der Innenstadt, sei es in Cafés, Wartezonen oder Restaurants, verlängern. „Denn inzwischen fällen manche Menschen die Wahl für ein Restaurant nach dem freien W-Lan-Angebot“, erklärte Ohlendorf.

Von Burkhard Ohse

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