Frauen für Wehr gewinnen

Während der Versammlung in Gifhorn wurden Kameraden befördert: Willi Aldinger (Mitte l.) gratuliert Horst Germer. Foto: Behrens

bb Gifhorn. Zur Dienstversammlung der Stadt-, Gemeinde- und Ortsbrandmeister wurde am Samstagmorgen in den Bürgerschützensaal Gifhorn eingeladen. Kreisbrandmeister Willi Aldinger war sehr erfreut, dass von den elf Kinderfeuerwehren mit 220 Mitgliedern bereits die ersten in die Jugendfeuerwehr übernommen worden. Die Zahl der Freiwilligen Feuerwehren (104) hat sich nicht verändert. Dazu kommen eine Werksfeuerwehr, die Bundeswehr-Feuerwehr und 73 Jugendfeuerwehren.

Zu 2308 Bränden und Hilfeleistungen wurden die Feuerwehren 2010 alarmiert. Das sind 365 mehr als 2009. Die Zahl der Wald- und Flächenbrände ist auf 123 zurückgegangen. Durch massiven Einsatz konnten größere Schäden verhindert werden. Bei den Blind- und Unfugalarmen wurde mit 148 ein leichter Zugang verzeichnet. Die mehr als 200 Brandmeldeanlagen hatten 309 Auslösungen. Zu den Hilfeleistungen gehörten auch die Katze auf dem Baum, ein eingefrorener Schwan und ein Reh im Kanal. Aldinger betonte noch einmal das Leitmotto 2010: „Deine Zukunft – Feuerwehr“. Auf keine Feuerwehr könne verzichtet werden. „Die flächendeckende Feuerwehrstruktur des Landkreises hat sich bewährt“, sagte Aldinger.

Auf vorbeugende Maßnahmen werde künftig noch mehr Gewicht gelegt. Der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren seien aber Grenzen gesetzt. Dies ergebe sich aus der persönlichen Leistungsfähigkeit des Menschen und der technischen Ausrüstung. Das müsse den Feuerwehrleuten verdeutlicht werden. An 26 Tagen waren die Feuerwehrflugzeuge wieder im Einsatz, dabei entdeckten sie acht Brände. Dies könne ein kameragestütztes Überwachungssystem nicht leisten. Aldinger bedauerte, dass die Zahl der Jugendfeuerwehrmitglieder in den letzten 13 Jahren von 1800 auf nun 1200 zurückging.

Außerdem müssen Lösungen für die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf und Familie gefunden werden. Aldinger: „Wir brauchen in Zukunft mehr Quereinsteiger, mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund. Leider finden sich kaum Akademiker“. Gelobt wurde, dass die digitale Alarmierung zusammen mit den Landkreisen Celle, Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg geplant wird.

Kreisausbildungsleiter Harmut Richter berichtete von den Lehrgängen auf Stadt-, Gemeinde- und Kreisebene. 937 Teilnehmer waren erfolgreich. An der Landesfeuerwehrschule haben 234 Lehrgänge einen erfolgreichen Abschluss gefunden. Die neuen Lehrgänge in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Gifhorn werden ab Herbst kompakter durchgeführt.

„Ab Herbst läuft der Test mit Digitalfunk und der Leitstellenverbund wird getestet. Es wird noch zähe Verhandlungen mit den Kostensträgern geben“, informierte Kreisrätin Evelin Wissmann.

Bedauert wird, dass in den nächsten zehn Jahren rund 1000 aktive Feuerwehrleute durch die Altersgrenze ausscheiden. Frauen müssten daher auch vermehrt für den aktiven Dienst gewonnen werden.

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