Bund plant strenge Auflagen / Nordkreis: Konventionelle Ölförderung im Fokus

Fracking ab 2019 möglich

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(Symbolfoto)
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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bo Landkreis Gifhorn. Fracking im Kreisgebiet, nein danke – da hat sich der Gifhorner Kreistag im Juni 2012 per Resolution eindeutig festgelegt.

Was diese Willensbekundung am Ende wert ist, wird sich zeigen – denn die Bundesregierung will einem neuen Gesetzentwurf zufolge die umstrittene Erdgas-Explorationsmethode nun doch zulassen. Ab 2019 dürften demnach – unter strengen Auflagen – Gesteinsschichten hydraulisch geknackt werden.

Damit rückt die Frage in den Vordergrund: Wo könnte im Genehmigungsfall im Landkreis Gifhorn gefrackt werden? Die Antwort kann noch niemand geben. Wo und mit welchen Maßnahmen künftig Gas gefördert werde, sei Gegenstand weiterer Genehmigungsverfahren des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), sagt Antje Präger, Leiterin des Umweltamtes in Gifhorn. Seitens des LBEG heißt es: „In welchen Bereichen in Zukunft in Niedersachsen möglicherweise Fracking-Maßnahmen in konventionellen Lagerstätten durchgeführt werden können, lässt sich heute noch nicht sagen.“ Aktuell liege „kein prüffähiger Antrag für eine Fracking-Maßnahme in Niedersachsen vor“.

Fakt ist: Fracking ist im Prinzip nichts Neues. Das LBEG hat zwischen 1961 und 2011 insgesamt 326 Fracking-Maßnahmen in Niedersachsen registriert. Der Landkreis Gifhorn war bisher nicht unter den Standorten. Am dichtesten kommen der hiesigen Region noch die hydraulischen Bohrlochbehandlungen in Bleckmar und Wardböhmen im Landkreis Celle (1991, 2003, 2010), in Ebstorf (1978) und an der Lagerstätte Horstberg unweit von Unterlüß. Dort stand bei Bohrungen im Jahr 2003 die Geothermie im Fokus.

Klar ist: Bei der Gesetzgebung zum Fracking wollen die Bundesländer ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Niedersachsen setzt sich mit einer Bundesratsinitiative für Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung ein. Dem Land geht es dabei nach Kenntnis der LBEG auch um geologische Feinheiten: Konventionelle Vorhaben mit Fracking zu unterstützen, könne sinnvoll sein, unkonventionelle Schiefergas- und Tonsteinlagerstätten sollen wegen möglicher Grundwassergefährdung tabu sein.

Für das „Erlaubnisfeld Steinhorst“, das sich über Teile des Nordkreises hinaus bis in die Landkreise Celle und Uelzen sowie die Region Hannover erstreckt, ist kein Einsatz von Fracking-Technologie geplant. Die PRD Energy GmbH, Tochter eines kanadischen Energie-Unternehmens, hat sich bis Oktober 2016 eine Erkundungserlaubnis gesichert. Derzeit, so Sprecherin Gabriele Junker, sei man dabei, Altdaten auszuwerten. Bohrungen müssten laut LBEG separat genehmigt werden. Zum Fracking sagt sie: „Wir haben nicht vor zu fracken.“ Finde man lohnende Lagerstätten, dann gehe es um Erdölproduktion mit Horizontalbohrtechnik. Andere im Nordkreis aktive Firmen hatten beim Thema Fracking bereits abgewunken.

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