Koordinierungsstelle des Landkreises will „Potenzial wecken“

Förderung für das Ehrenamt

Rolf Amelsberg (von links), Sevdeal Erkan-Cours, Dr. Andreas Ebel und Abteilungsleiterin Christiane Mollenhauer wollen das Ehrenamt weiter fördern.
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Rolf Amelsberg (von links), Sevdeal Erkan-Cours, Dr. Andreas Ebel und Abteilungsleiterin Christiane Mollenhauer wollen das Ehrenamt weiter fördern.

Gifhorn. Der Landkreis Gifhorn will das Ehrenamt noch mehr hervorheben und fördern. „Weil es so wichtig ist“, wie Landrat Dr. Andreas Ebel betont.

Kurz vor der Woche des bürgerlichen Engagements sei eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf künftige Projekte zu geben.

Sevdeal Erkan-Cours, seit Einrichtung der Koordinierungsstelle zur Stärkung des Ehrenamts im Landkreis Gifhorn 2015 deren Leiterin, will mit Vereinen und Verbänden weiter in Kontakt treten. „Es gibt noch ein großes schlummerndes Potenzial an jung gebliebenen älteren Menschen. Das wollen wir für das Ehrenamt wecken“, so Ebel.

Mit weiteren Projekten soll die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Einsatz der vielen Freiwilligen in der Region gelenkt werden, führt Erkan-Cours aus. Dazu sei man in intensivem Kontakt mit den Freiwilligenzentren, angesiedelt im evangelischen Bildungswerk in Wittingen (für den Nordkreis) und im Gifhorner Mehrgenerationenhaus Omnibus. Außer der Veranstaltung einer Messe zum Thema, die für 2018 geplant ist und bei der sich Ehrenamtliche, Vereine und Verbände präsentieren und vernetzen können, wolle man auf Unternehmen zugehen, um niedersachsenweit weitere Vergünstigungen für ehrenamtlich Tätige zu erreichen.

Denn seit 2009 gibt es die Ehrenamtskarte, die bereits an viele Ehrenämtler überreicht wurde, und die nicht nur bei landkreiseigenen Institutionen Vergünstigungen ermöglicht. „In diesem Jahr haben wir 80 Anträge für die Ausgabe der Ehrenamtscard“, erklärt Erkan-Cours, und das sei nicht nur für Vergünstigungen wichtig, sondern auch als Wertschätzung der Arbeit gedacht. Eine erste Übergabe der Karte gab es im Mai, eine zweite soll am 25. Oktober folgen.

Als weitere Aufgaben sieht die Koordinierungstelle vor, Netzwerke in der Landkreisverwaltung mit den verschiedenen Fachbereichen aufzubauen, in erster Linie mit den Bereichen Soziales, Gesundheit und Umwelt, in denen viele Ehrenamtliche tätig sind. Nach außen hin soll demnächst eine Homepage (www.ehrenamtsregion-gifhorn.de) jedem Bürger Informationen zu allen Fragen rund um das Ehrenamt geben. „Von Vereinsrecht bis zu Versicherungsfragen werden viele Themen angesprochen, alles gebündelt auf einer Seite“, erklärt Kreisrat Rolf Amelsberg. Zudem kann sich jeder, der sich engagieren will, dort eintragen, um von Vereinen und Verbänden angefragt zu werden.

Auch umgekehrt besteht die Möglichkeit für die Bürger, sich über diese Seite bei den entsprechenden Stellen zu melden. „Es wird also eine Art Börse. Extern wollen wir auch weiter neue Strukturen aufbauen“, sagt Erkan-Cours. In dem Netzwerk „Ehrenamt & Selbsthilfe“ soll es in enger Kooperation mit der Selbsthilfekontaktstelle Qualifizierungsangebote zur Öffentlichkeitsarbeit und zu Grundlagen des Rechts beim Ehrenamt geben.

Für 2019 ist dann das Engagements-Lotsen-Programm in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen-Akademie Niedersachsen angedacht. Dabei soll es für jede Gemeinde einen Engagement-Lotsen geben, der die Verbindung im dörflichen Bereich zu den Bereichen auf Kreisebene und den Verwaltungen herstellt. Eine Broschüre „Ehrenamt“ ist außerdem in Planung.

Von Burkhard Ohse

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