Verwaltung sucht weiter Unterkünfte

Flüchtlingszuweisung an Landkreis halbiert

Gifhorn. Die Auswirkungen sind mittlerweile spürbar. Seit der Schließung der Balkanroute vor neun Tagen hat sich der Zustrom von Flüchtlingen in den Landkreis Gifhorn enorm verringert.

„Derzeit werden uns rund 40 bis 50 Menschen pro Woche zugeteilt“, sagt Landrat Andreas Ebel auf IK-Nachfrage. Bis Mitte Februar war die wöchentliche Zuweisung an den Kreis noch doppelt so hoch.

Andreas Ebel

Von einer Atempause für die Ausländerbehörde will Ebel nicht sprechen. Anders als in der Stadt Wolfsburg, die wegen der geringeren Zuteilung den Bau von drei neuen Unterkünften erst einmal stoppte, arbeitet die Gifhorner Verwaltung weiter an Lösungen, um die zugewanderten Menschen unterzubringen. Die Anmietung weiterer Wohnräume werde geprüft, so Ebel, um „einem schnell anwachsenden Zustrom gerecht zu werden“. Momentan steigt die Anzahl der Flüchtlinge, die im Landkreis Gifhorn untergebracht werden, nur leicht an. Der geringere Zustrom wird durch zunehmende Ausreise begleitet. 96 Menschen verließen den Landkreis freiwillig wieder, 9 Personen wurden abgeschoben.

Die Ausreise dürfte auf lange Sicht zurückgehen. Denn der Anteil der Menschen, die berechtigte Hoffnungen auf ein Bleiberecht in Deutschland haben, erhöht sich. Unter den zugewiesenen Personen finden sich keine Menschen mehr, die aus sicheren Herkunftsländern stammen. Der überwiegende Teil der Neuankömmlinge im Kreis ist aus Syrien. Von den 1354 Flüchtlingen im Gifhorner Gebiet sind mittlerweile 296 Personen aus dem Bürgerkriegsland.

Trotz der Entspannung durch die Schließung der Balkanroute wünscht sich Ebel, frühzeitig über die Entwicklung der Flüchtlingszahlen unterrichtet zu werden. „Damit sich der Landkreis auf die Aufnahme weiterer Personen vorbereiten kann“, so der Verwaltungschef. Eine neue Quote für die Zuteilung liegt dem Landkreis bisher nicht vor. Deutliche Kritik an der Bewältigung der Flüchtlingskrise formulierten die Parteien im Gifhorner Kreistag. Bund und Land müssten „administrative Hemmnisse“ schnellstens beseitigen.

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