Landkreis Gifhorn vergibt Betreuung und neue Bewachung der Anlage für zwei Jahre

Flüchtlingsunterkunft Ehra-Lessien: 190 von 250 Plätzen belegt

+
Der Betrieb und die Bewachung der Flüchtlingsunterkünfte auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Ehra-Lessien wurde nun vom Landkreis für zwei Jahre vergeben.

Ehra-Lessien/Gifhorn. Zum 30. September läuft der Dienstleistungsvertrag zwischen dem Landkreis Gifhorn und der Betreiberfirma für die Flüchtlingsunterkunft in Ehra-Lessien aus. Nun hat der Landkreis die Betreuung und die Bewachung der Anlage erneut vergeben.

Die Betreuung übernimmt damit auch weiterhin die Firma Ribera Wohnheimbetriebsprojekte, die die Unterkunft seit Februar 2017 betreibt. „Nun konnten wir die Verträge mit zwei Jahren Laufzeit schließen, damit kann langfristiger geplant werden“, erklärte Erster Kreisrat Thomas Walter. Drei Firmen hatten sich beworben. Das Personal besteht künftig aus der bisherigen Heimleitung, einer staatlich anerkannten Sozialarbeiterin sowie zwei Hausmeistern.

Die Bewachung der Flüchtlingsunterkunft übernimmt künftig die Firma AWR All Wacht Rennwanz GmbH, die auch schon in Bad Bodenteich für die Landesaufnahmebehörde tätig war.

In der Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen Gelände des Truppenübungsplatzes in Lessien können bis zu 250 Flüchtlinge untergebracht werden. Stand vergangener Woche ist die Anlage von 190 Personen belegt, das Minimum liegt bei 60 Personen. Die Anlage auf dem ehemaligen Kasernengelände besteht aus einem Funktionsgebäude sowie fünf Wohngebäuden. „Wir versuchen, die unterschiedlichen Ethnien möglichst zu mischen“, erklärte Walter. „Das beugt Konflikten vor und verbessert die Integration, weil Grüppchenbildung vermieden wird.“ Familien bringe der Landkreis nach Möglichkeit dezentral in Wohnungen unter. Flüchtlinge, die etwa wegen mangelnder Sprachkenntnisse noch etwas mehr Zeit bräuchten, speziell auch alleinreisende junge Männer, würden verstärkt in den Gemeinschaftsunterkünften beherbergt. „Wir können nicht immer alle Wünsche erfüllen, versuchen aber schon, darauf einzugehen“, sagte Walter.

Offen sei momentan aber, wie es insgesamt mit der Unterbringung von Asylbewerbern weitergehe. „Wir wissen nicht, was kommt“, so der Erste Kreisrat. „Im Oktober gibt es die neue Unterbringungsquote.“ Nach der alten müsse der Landkreis Gifhorn noch 220 Flüchtlinge aufnehmen – bis zum Jahresende sollen es laut Walter nur noch 50 sein.

Von Dennis Klüting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare