„Wir sind gute Nachbarn“

Flatower Heimattreffen und polnische Gäste in Gifhorn

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Für die Flatower und die polnischen Gäste gab es einen Empfang im Gifhorner Schloss.

Gifhorn – Herzlich wurden am Freitagabend die Gäste des Flatower Heimattreffens und die polnischen Gäste aus dem heutigen Zlotow von Landrat Dr. Andreas Ebel im Kaminzimmer des Gifhorner Schlosses begrüßt. „Sie sind im Welfenschloss zu Hause“, konstatierte er.

Zum Auftakt des 33. Treffens erinnerte der Vorsitzende der Flatower, Rolf-Peter Wachholz, an die Anfänge der Treffen. „1955 gab es das erste Treffen hier auf dem Schlosshof, damals noch mit 1.500 Gästen. Auch diesmal erwarten wir rund 100 Gäste für dieses Wochenende.“

Alle zwei Jahre findet das Treffen in Gifhorn statt, im letzten Jahr gab es ein kleineres Treffen in Zlotow. Dort fanden unter anderem ein gemeinsamer Gottesdienst und die Aufstellung einer Gedenktafel am evangelischen Friedhof statt, die in zwei Sprachen an die Geschichte erinnert, sagte Wachholz.

Der polnische Landrat Ryszard Golawski erinnerte an das Treffen im vergangenen Jahr. 

Für dieses „schöne Treffen im letzten Jahr“ dankte auch der polnische Landrat Ryszard Golawski. „Unsere Arbeit beruht auf drei Säulen. Die seit 1955 bestehende Patenschaft der Landkreise Gifhorn und Flatow, die seit 2003 bestehende Partnerschaft zwischen den Landkreisen Gifhorn und Zlotow und der deutsch-polnische Freundeskreis, den einst Gifhorns ehemaliger Kreisdirektor Gero Wangerin gegründet hatte“, ergänzte Wachholz.

Der Vorsitzende des Zlotower Kreistages, Julian Brewka, bemerkte, es sei eine Freude, nach Gifhorn zu kommen. „Wir haben das Gefühl, hier echte Freunde zu haben. Daher danken wir für 15 Jahre Partnerschaft und bitten um mehr.“ Damit meinte er weitere Kontakte. Schon diesmal sind auch Feuerwehrleute aus Zlotow dabei, die die Gifhorner Ortswehr besuchen wollen.

Zudem schweben Brewka weitere Kontakte zwischen Sportlern und Schülern vor. Am Samstagvormittag gab es die Feierstunde im Rittersaal. „Die Erinnerung ist nicht einfach. Es hat unermesslich viel Leid gegeben. Dass das, was passiert ist, nie wieder geschehen darf, das muss unsere Aufgabe sein“, erklärte Wachholz. „Wenn man allerdings heute in die Welt schaut, dann kann man glauben, dass die Menschen nichts gelernt haben. Daher ist unser Wirken wichtig, um zu zeigen, dass wir etwas tun.“

Festredner Ulrich Erbe hob den Wandel der Bedeutung von Heimat hervor. Golawski betonte, Heimat sei da, wo das Familienhaus stehe. „Aber wir leben in einem gemeinsamen Europa. Ich bin im Landkreis Zlotow geboren. Wir kommen aus der gleichen Gegend“, bekannte er. „Wir müssen Europa zeigen, dass wir gute Nachbarn sind.“ Die Treffen seien ein Zeichen, dass die deutsch-polnische Verständigung funktioniere. In einer Nachbargemeinde von Flatow soll demnächst ein Denkmal aufgestellt werden, kündigte er an. „Denn Geschichte muss in den Gedanken ewig bleiben.“

Im Anschluss an die Feierstunde wurde ein Kranz in der Schlosskapelle, wo die alte Glocke der Flatower Kirche aufbewahrt wird, niedergelegt. Dazu wurde den damaligen Opfern und den jüngst verstorbenen Flatowern gedacht. Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde durch die Brüder Enns von der Kreismusikschule.

VON BURKHARD OHSE

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