Quartett aus dem Landkreis Gifhorn soll zehn „Kunden“ um 13 700 Euro geprellt haben

Fiktives Reisebüro eröffnet

+

Landkreis Gifhorn/Hannover. Mit einem fiktiven Reisebüro kommt man nicht weit: Das bekommen demnächst drei 22-, 29-, und 49-jährige Männer und eine 35-jährige Frau aus dem Landkreis Gifhorn zu spüren. Gegen sie hat die Staatsanwaltschaft Hildesheim Anklage erhoben.

Den Angeschuldigten wird gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Bandenbetrug in 22 Fällen, in zehn Fällen tateinheitlich mit Urkundenfälschung, vorgeworfen.

Den Ermittlungen zufolge sollen das Quartett aufgrund finanzieller Schwierigkeiten übereingekommen sein, ein fiktives Reisebüro zu gründen, um so durch günstige, fingierte Reiseangebote in Zeitungen zu Geld zu kommen.

Die Angeschuldigten sollen unter dem Namen „Bischof-Reisen“ zunächst zwischen dem 12. November und 19. Dezember 2012 bei bundesweiten Zeitungen insgesamt zwölf Werbeanzeigen für ihre angeblichen Reisen geschaltet haben. Durch die Nichtbegleichung der dadurch entstandenen Kosten soll ein Schaden in Höhe von etwa 42 200 Euro entstanden sein, so die Staatsanwaltschaft.

Aufgrund dieser Anzeigen sollen zwischen dem 21. November 2012 und dem 2. Januar 2013 insgesamt zehn Geprellte 13 700 Euro für Reisebuchungen an die mutmaßlichen Ganoven überwiesen haben. Um die Interessenten in Sicherheit zu wiegen, sollen die Rechnungen mit gefälschten Sicherungsscheinen für Pauschalreisen versehen worden sein.

Die Ermittler waren den Angeschuldigten im Rahmen eines gesonderten Strafverfahrens auf die Spur gekommen. Dort war der 22-Jährige Opfer eines gemeinschaftlichen erpresserischen Menschenraubs durch die 29- und 49-jährigen Angeschuldigten geworden und hatte sich hilfesuchend an die Polizei gewandt. Die inzwischen in dem Verfahren rechtskräftig verurteilten Angeschuldigten hatten den 22-jährigen Mann verdächtigt, Geld aus den Reisebürogeschäften für sich abgezweigt zu haben. Die 22- und 29-Jährigen haben die Tatvorwürfe im Wesentlichen eingeräumt, während der 49 Jahre alte Mann die Vorwürfe in Abrede gestellt und die 35 Jährige von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hat.

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat 19 Zeugen sowie eine Vielzahl an Urkunden und Augenscheinsgegenständen als Beweismittel benannt. Die Große Strafkammer in Hildesheim wird das Verfahren verhandeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare