IK-Wetterexperte: Nun wird’s doch noch Sommer – aber ...

Ferien! Und Sonne!

Bei Sonne lassen sich die nächsten Tage im Hankensbütteler Waldbad genießen. Archivfoto: Boden

Isenhagener Land. Sechs Wochen große Ferien stehen vor der Tür. Doch das dazu passende Sommerwetter ist schon wochenlang überfällig.

Seit Anfang Juni geben sich fast ununterbrochen atlantische Tiefdruckgebiete und deren Ausläufer die Klinke in die Hand, die einen Schaukelsommer aufrecht erhalten, der immer wieder zwischen April- und Herbstwetter hin- und hertaumelt.

So war der Juli im Isenhagener Land bis zum 18. des Monats zwar normal warm, brachte aber beispielsweise in Wittingen schon 75 Prozent (51 Liter/qm) der für den ganzen Monat üblichen Regenmenge. Völlig zu schweigen von der Sonne, die mit 80 Stunden ihr Monatssoll erst zu 40 Prozent erfüllen konnte.

Kaum zu glauben, aber wahr: Rechtzeitig zum Start in die Sommerferien kommt nun tatsächlich der Sommer in Fahrt. Exakt mit Beginn der Hundstage, der durchschnittlich wärmsten Zeit des Jahres zwischen dem 23. Juli und 23. August, erreicht uns am Montag ein kräftiger Ableger des Azorenhochs. Er wird im weiteren Verlauf als eigenständige Hochzelle über Mitteleuropa nach Osten wandern. Damit wird der Weg für Sommerluft aus Südwesten frei, die zumindest die erste Wochenhälfte bis an die Küsten hinauf deutlich sonniger und wärmer gestalten wird als bisher.

Schon dieses Wochenende macht sich die Wetterumstellung durch viel Sonne und kaum Regen (bei allerdings immer noch kühlen 18 bis 20 Grad) bemerkbar. Montag sind in der Südheide schon 23 bis 24 Grad drin, am Dienstag bis zu 25 Grad und sogar mehr.

In der zweiten Wochenhälfte scheint es aus Nordwesten schon wieder kühler zu werden, so dass bei vereinzelten Schauern oder auch mal einem kurzen Gewitter die Temperaturen nur noch etwa 20 Grad erreichen. Ganz im Sinne der Siebenschläferregel, die uns schon vor einiger Zeit einen wechselhaften und nur mäßig warmen Hochsommer angekündigt hat.

Was dann zum nächsten Wochenende und Richtung Monatswechsel passiert, ist angesichts des gerade stattfinden Umbaus der Großwetterlage noch offen. Sowohl ein längeres Durchsacken des Ferienwetters als auch eine neuerlicher Finger des Azorenhochs, der uns viel Sonne und Badefreuden bringt, sind möglich.

Für die wärmere Variante spräche die Erfahrung. Denn drei feuchtkühle Sommermonate in Folge sind ausgesprochen selten. Dies gilt übrigens umgekehrt auch für die Variante „Hitzesommer“, der in aller Regel bestenfalls zwei Monate lang durchhält.

Fazit: Badehungrige sollten auf Nummer sicher gehen und zum Sprung ins kühle Nass die erste Wochenhälfte nutzen. Und auch die Landwirte können sich freuen – öffnet sich ab Sonntag doch endlich nach langer Zeit für drei bis vier Tage das ersehnte Fenster für eine trockene Getreide- und Heuernte.

Von Reinhard Zakrzewski

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