Trotz 1000 Wohnungsneubauten gibt’s im Kreis noch Verbesserungsbedarf

Es fehlt an Sozialwohnungen

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Über 1000 neue Wohnungen wurden letztes Jahr im Landkreis Gifhorn gebaut – zu wenig, besonders auf dem Gebiet des sozialen und altersgerechten Wohnens besteht weiter Bedarf.

Landkreis Gifhorn. Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: Im Landkreis Gifhorn sind im vergangenen Jahr 1034 Neubauwohnungen entstanden – 630 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Darauf hat das Verbändebündnis Wohnen hingewiesen, in dem sich die Baugewerkschaft IG Bau und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Das Bündnis beruft sich bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude vom Statistischen Bundesamt.

Insgesamt haben die Bauherren im Landkreis Gifhorn demnach im vergangenen Jahr 193,9 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn der Kreis Gifhorn seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will. Denn der Neubau von bezahlbaren Wohnungen ist die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreise, von denen auch Niedersachsen betroffen ist“, sagt Eckhard Stoermer, Regionalleiter der IG Bau in Niedersachsen.

Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr nicht einmal 285.000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Koalition eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375 000 pro Jahr. „Der Wohnungsneubau müsste schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen. Danach sieht es allerdings bislang weder in Niedersachsen noch bundesweit aus“, so Stoermer, „gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden.“

Denn im Wohnungsmangel und in steigenden Mieten stecke „sozialer Sprengstoff“. Gerade beim Neubau von Sozialwohnungen droht laut Stoermer ein Desaster, „wenn der Bund hier nicht ordentlich Geld in die Hand nimmt und investiert.“

Auch die geplante Förderung für den altersgerechten Umbau lasse „jede Hoffnung auf einen Sanierungsschub für mehr Seniorenwohnungen gegen Null laufen“, so Stoermer weiter. Aber gerade altersgerechte Wohnungen brauche auch der Landkreis Gifhorn. Der Bau benötige vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, um Fachkräfte und technische Kapazitäten aufbauen zu können.

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