Gesamtverband Verkehrsgewerbe: „Zeitfaktor schafft mehr Gerechtigkeit“

Fahrgast soll für Taxi auch im Stau zahlen

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Wer im kommenden Jahr in ein Taxi steigt, muss möglicherweise mehr zahlen. Der zuständige Verband will eine zusätzliche Zeitkomponente in die Tarifstruktur einpreisen. Ein entsprechender Antrag wird derzeit von der Gifhorner Kreisverwaltung geprüft.

Landkreis Gifhorn. Der Gesamtverband Verkehrsgewerbes Niedersachsen (GVN) erhofft sich von der Umstellung der Taxitarife eine gerechtere Entlohnung für die Fahrer. Insbesondere für jene, die in den Ballungsräumen wie Hannover oder Braunschweig unterwegs seien.

Aber auch die Taxler, die in den Citys der Mittelstädte wie Gifhorn führen, profitierten, so der GVN.

„Im Handwerk ist es seit jeher üblich, dass die Leistung nach Zeitaufwand berechnet wird. Im Taxigewerbe wird lediglich die Fahrstrecke berechnet. Das ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Gunther Zimmermann, Geschäftsführer des GNV in Hannover. Brauche ein Taxifahrer in der Stadt für die gleiche Strecke doppelt so lange, wie der Kollege auf dem Lande, der Gas geben könne, bekäme das Taxler in der Stadt das gleiche Geld. „Ampelphasen oder Staus bekommt er nicht bezahlt“, so Zimmermann.

Auch für die Fahrer in der Stadt Gifhorn brächte die Einführung eines Zeitfaktors mehr Gerechtigkeit, sagt Fabian Hoffmann, Inhaber des gleichnamigen Taxiunternehmens in Gifhorn. Auf der Braunschweiger Straße gehe es eben nicht so schnell voran wie im ländlichen Nordkreis, so Hoffmann. Mit der Einführung des Mindestlohnes müsste der Taxitarif eigentlich um 25 Prozent erhöht werden, sagen Hoffmann und Zimmermann unisono. Mehr als den Mindestlohn zahle er seinen Mitarbeitern bereits seit 2013, berichtet der Unternehmer. Gleichwohl hat er zum neuen Jahr 35 seiner 74 Mitarbeiter gekündigt. Er habe einen Großauftrag verloren. Ein Mitbewerber, für den eine Ausnahme vom Mindestlohn gelte, habe sein Angebot unterboten.

Zwar haben die Gifhorner Taxiunternehmer in Abstimmung mit dem GNV erneut eine weitere Erhöhung der Taxitarife nach 2012 und 2013 für das kommende Jahr beantragt, die falle aber moderater aus, als weitere Anhebungen der Gebühren in der Region. „In Celle steigen die Preise um 30 und in Wolfsburg gar um 35 Prozent“, weiß GNV-Chef Zimmermann.

Von Jens Schopp

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