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Explosives im Fischteich: Weltkriegs-Bombe entschärft

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Jetzt kann nichts mehr passieren: Ein Mitarbeiter des Kampfmittel-Beseitigungsdienstes verstaut die festgezurrte und entschärfte Bombe auf der Ladefläche eines Lkw. Fotos: Behrens
Jetzt kann nichts mehr passieren: Ein Mitarbeiter des Kampfmittel-Beseitigungsdienstes verstaut die festgezurrte und entschärfte Bombe auf der Ladefläche eines Lkw. © Behrens

Gerstenbüttel. Was Donnerstagnachmittag in einem Fischteich bei Gerstenbüttel gegen 16. 30 Uhr begann, endete gestern Mittag um 12. 14 Uhr. Dabei nahm die eigentliche Arbeit gerade mal sechs Minuten in Anspruch.

Bei der Beseitigung von Schlamm aus einem Teich in der Ortschaft nahe Meinersen stieß der Baggerführer vorgestern auf einen fünf Zentner schweren Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Rund 300 Meter weiter stehen die ersten Häuser des Dorfes. Der herbeigerufene Kampfmittel-Beseitigungsdienst entschied sich für eine Entschärfung am folgenden Tag. Die Polizei bewachte den Fundort über Nacht.

Die Munitions-Experten ordneten die Räumung der umliegenden Gebäude für gestern 11 Uhr an. Rund 500 Personen waren betroffen. Feuerwehrleute gingen von Haus zu Haus und informierten die Bewohner, dass sie vorübergehend ihre Bleibe verlassen müssten. Laut

Feuerwehrleute bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Sie gingen von Haus zu Haus, um die Bewohner zu informieren.
Feuerwehrleute bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Sie gingen von Haus zu Haus, um die Bewohner zu informieren. © Behrens

sprecherwagen fuhren durch die Straßen, der Hubschrauber der Polizei flog das Allerufer auf der Suche nach Anglern im abgesperrten Radius von einem Kilometer ab. 250 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und DRK, das Bewohner in der Müdener Turnhalle betreute, waren an der Aktion beteiligt. Gegen 12 Uhr kreiste der Hubschrauber noch einmal über das geräumte Gebiet, ehe die Mitarbeiter des Kampfmittel-Beseitigungsdienstes, Jürgen Koppelmeyer und Andreas Treder, ihren gefährlichen Job machen konnten. Bereits nach sechs Minuten, um 12.24 Uhr, hieß es: „Die Bombe ist entschärft.“

Die britische Bombe aus dem Jahr 1943 war mit einem Säurezünder scharf gemacht worden. „Die Feder ist wie neu. Der Schlammboden des Teiches hat den Zünder konserviert“, berichtete Kappelmeyer. Der Zünder wurde mit einem so genannten Raketenmotor herausgedreht. Nur der letzte Bolzen musste per Hand entfernt werden.

Gerade wenn so ein Bolzen Kristalle angesetzt hat, wird es kritisch, berichten die Experten. Sie warnen: „Munition ist und bleibt auch nach 70 Jahren noch gefährlich.“

Von Bernd Behrens

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