Gewichtige Ladung

Erste Schwertransporter im Gifhorner Ostkreis unterwegs

Der erste von acht Konvois rollte in der Nacht zu Dienstag durch Jembke. Fotos: Ohse
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Der erste von acht Konvois rollte in der Nacht zu Dienstag durch Jembke.

Jembke. Anwohner im Ostkreis erlebten in der Nacht zu gestern ein kurzes Lichtspiel. Denn seit Montag rollt der erste von mehreren Schwertransportern durch den Kreis Gifhorn, eskortiert von blau und gelb blinkenden Begleitfahrzeugen.

Gegen 2 Uhr in der Nacht zu Dienstag erreichte der erste Konvoi von der A 39 bei Tappenbeck den Landkreis, um über Jembke, Barwedel, Ehra, Boitzenhagen und Brome nach Sachsen-Anhalt zu fahren.

Für die Schwerlastwagen reichte eine Straßenseite nicht. Zeitweise musste die gesamte Fahrbahnbreite in Anspruch genommen werden.

Angeführt von einer Polizeistreife aus Weyhausen, die eine Stunde vor Erreichen der Landkreisgrenze durch die Transporter informiert wurde, und eskortiert von mehreren Begleitfahrzeugen transportierten die drei Schwerlastwagen diesmal zunächst nicht sperrige, aber besonders gewichtige Ladungen. Rund 90 Tonnen soll das Bauteil für die Windkraftanlage wiegen, das die mehrachsigen Fahrzeuge zu ihrem Bestimmungsort bringen. Ab 2 Uhr gab es dann kein Überholen mehr auf der Straße von Tappenbeck nach Norden bis zur Landkreisgrenze. Darauf wiesen nicht nur die mit gelben Warnleuchten versehenen Begleitfahrzeuge hin, die beiden eskortierenden Autos am Ende belegten zudem die gesamte Straßenbreite, ein leuchtendes Verkehrsschild auf dem vorletzten Fahrzeug wies zudem auf das Überholverbot hin. Der in der Nacht rare Gegenverkehr musste beim Entgegenkommen auf den Seitenstreifen ausweichen.

Das Bauteil für die Windkraftanlage in Sachsen-Anhalt bringt rund 90 Tonnen auf die Waage.

Trotz der Lasten bewegten sich die Transporter mit relativ hoher Geschwindigkeit, auch in den Dörfern des Landkreises, lediglich an der Kreuzung in Ehra ging es etwas langsamer zu. Das war allerdings nur der erste von vor-aussichtlich acht derartigen Transporten á drei Schwerlastwagen, erklärte Winfried Enderle von der Polizei. Demnächst werden auch die 66 Meter langen Rotoren der geplanten Windkraftanlage durch den Landkreis transportiert werden. Dann wird sich der Konvoi auch langsamer bewegen. Aufgrund der kurvenreichen Strecke, vor allem in den Dörfern des Boldecker Landes und der Samtgemeinde Brome, und der Länge der Fahrzeuge ist Umsicht geboten. Schon diesmal benutzten die Schwerlastwagen in den Dörfern die gesamte Straßenbreite. Das reicht jedoch nicht immer aus. Daher wurden für die Transporte extra zwei Kreisel im Landkreis zurückgebaut sowie eine Umgehung in Brome geschottert (das IK berichtete). Sogar einige Verkehrsschilder müssen demnächst dafür abgeschraubt werden. Die kommenden Züge werden wie auch der erste kurzfristig angemeldet, erklärte Enderle. Aufgrund der Dimensionen der Transporter kann es aus unterschiedlichen Gründen ohnehin auch zu Verspätungen kommen. Bei der ersten Fahrt gab es lediglich eine Verzögerung von einer Stunde im vorgesehenen Zeitplan.

Von Burghard Ohse

Nächtlicher Schwertransport im Landkreis Gifhorn

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