Kooperationsprojekt von VW und Partnern will Flüchtlinge fit machen für den Arbeitsmarkt

Erste Schritte für die Ausbildung

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An der Werkbank zeigten die Geflüchteten ein Beispiel aus der betrieblichen Praxis: Ahmad Diab (28, Libanon, v.l.), Yossef Hweidi, (25, Libanon), Khaled Yousef (21, Sudan).

red Wolfsburg. Mit einem Kooperationsprojekt initiiert Volkswagen in Wolfsburg eine Ausbildungsvorbereitung für Geflüchtete. Mit im Boot sind weitere Betriebe, Agentur für Arbeit und Jobcenter, der Regionalverbund für Ausbildung, die IHK und die Handwerkskammer.

Sprachausbildung, betriebliche Theorie und Praxis sowie Betriebspraktika stehen dabei im Fokus.

Im Rahmen des Förderinstrumentes „Einstiegsqualifizierung“ der Agentur für Arbeit und des Jobcenters werden so Chancen zur nachhaltigen Berufsqualifizierung geschaffen. Ein zehnmonatiges Programm eröffnet zunächst zwölf Geflüchteten die Möglichkeit, sich fachlich und persönlich auf eine Berufsausbildung vorzubereiten.

Nach einem zweimonatigen Intensivsprachkurs besuchen die Teilnehmer aktuell bei der Volkswagen-Akademie eine achtwöchige Qualifizierung zur theoretischen und praktischen Berufsvorbereitung, bevor sie ein sechsmonatiges Praktikum in einem von zwölf regionalen Partnerbetrieben absolvieren. Das Projekt ermöglicht eine anschließende Ausbildung beim Praktikumsbetrieb. Darüber hinaus unterstützt Volkswagen den Regionalverbund für Ausbildung bei der Realisierung eines durchgehenden Sprach- und Kulturtrainings.

„Die enge Zusammenarbeit aller Projektpartner ermöglicht ein überaus effektives Qualifizierungsprogramm“, betont Martin Rosik, Leiter Personal der Marke Volkswagen. „Es befähigt die Teilnehmer, im August dieses Jahres eine Berufsausbildung aufzunehmen. Das Programm ist damit ein wichtiger Teil unseres gesellschaftlichen Engagements: Die Konzern-Flüchtlingshilfe bringt Projekte auf die Straße, die Geflüchtete in ihrer Bildungs- und Berufslaufbahn fördern.“ Nach der ersten Pilotphase solle über eine Fortführung und Ausweitung des Projektes beraten werden.

Für die Volkswagen-Akademie führt deren Leiter Ralph Linde aus: „Mit unseren Ausbildungswerkstätten und unserer interkulturellen Bildungskompetenz haben wir beste Voraussetzungen, den Weg zur beruflichen Praxis zu ebnen. Neben fachlichen Grundlagen wie Werkstoffbearbeitung, Elektrotechnik oder IT-Systeme stehen ebenso Arbeitssicherheit, Lernstrategien und gesetzliche Rahmenbedingungen als überfachliche Themen auf dem Programm.“

Ulf Steinmann, Leiter der Agentur für Arbeit für Wolfsburg, Helmstedt und Gifhorn, erklärt: „Einerseits sehen wir junge Geflüchtete, die eine Berufsausbildung anstreben. Andererseits gibt es viele kleinere und mittlere Unternehmen, die Geflüchtete als Azubis einstellen wurden. Das Wolfsburger Kooperationsprojekt wird hier zum wertvollen Bindeglied und hilft, fehlende sprachliche oder fachliche Qualifikationen zu ergänzen.“

Iris Bothe, Vorsitzende des Regionalverbunds für Ausbildung, ergänzt: „Mit dem Kooperationsprojekt orientieren wir uns explizit an den Stärken und Berufswünschen der Teilnehmer. Darauf basiert auch die Auswahl der regionalen Partnerbetriebe, die bei guter Passung nach der Qualifizierung einen Ausbildungsplatz stellen und damit maßgeblich zum nachhaltigen Erfolg des Projekts beitragen.“

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