„Große Herausforderung“

Erste Reaktionen aus der Gifhorner Region auf neuen Teil-Lockdown

Für die Gesundheit aller Beteiligten: So sieht es derzeit nicht nur im Eingangsbereich des Wesendorfer Rathauses aus.
+
Für die Gesundheit aller Beteiligten: So sieht es derzeit nicht nur im Eingangsbereich des Wesendorfer Rathauses aus. 

Landkreis Gifhorn – Der „Wellenbrecher-Lockdown“ wird ab Montag auch im Landkreis Gifhorn gelten – mit Folgen vor allem für Gastronomie und Freizeitbranche. Was die Gastro-Branche davon hält, hat der Gifhorner Dehoga-Chef schon gestern im IK deutlich gemacht.

Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) fordert unterdessen eine schnelle Umsetzung der gestern zugesagten Hilfen für die vom Teillockdown betroffenen Branchen.

Die offizielle Pressemitteilung des Landkreises Gifhorn finden Sie hier.

„Viele Unternehmen stehen mit dem Rücken an der Wand – bei rund 60 Prozent der Unternehmen sind die Liquidität und die Rücklagen stark angegriffen oder aufgebraucht“, sagt IHKLW-Präsident Andreas Kirschenmann. „Wir können das Land nicht alle paar Wochen unter extremen Kosten herunterfahren und dann wieder genauso weitermachen. Deshalb brauchen wir eine langfristige Strategie, die auf einem konsequent umgesetzten und wirksamen Infektionsschutz in allen Lebensbereichen basiert. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Wie reagieren andere Bereiche des öffentlichen Lebens? Bei den Kirchen setzt man darauf, weiter Gottesdienste und Seelsorge anbieten zu können.

Hagen Schmidt, Vorsitzender des Gewerbevereins Hankensbüttel, betont: Natürlich sei man über die Situation nicht glücklich. Besonders hart treffe es die Gastronomen und Veranstalter, Handwerker würden wenig bis gar nichts von den Maßnahmen mitbekommen. Was Schmidt jedoch besonders umtreibt, ist die Frage, wie es danach weitergeht: „Beruhigen und Hilfestellung seitens des Bundes ist zwar schön, aber das Geld muss ja irgendwie zurückgezahlt werden.“

Matthias Rönneberg vom Handels-, Gewerbe- und Verkehrsverein Wittingen hält fest: „Aus Vernunftssicht kann ich die Maßnahme auf jeden Fall verstehen.“ Für den Handel wird es nach den Herbstferien allerdings einen weiteren kleinen Dämpfer geben. Aber die Gesundheit gehe vor. Langfristig müsse der Handel vor Ort aber unterstützt werden, erklärt Rönneberg. Ohne die Gewerbesteuereinnahmen werde sonst in den Kommunen viel verschwinden, appelliert er mit Blick auf den Onlinehandel an die Kunden. „Dann gibt es in ein paar Jahren die Hälfte vielleicht nicht mehr.“

Unternehmerin Bettina Tews-Harms von der Ambulanten Krankenpflege aus Hankensbüttel spricht von einer deutlichen Verschärfung der bereits schon eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten bei Senioren-Wohngemeinschaften. „Aber die Maßnahmen sind für alle Beteiligten notwendig.“ Tews-Harms merke selbst in ihrem Unternehmen, dass die Mitarbeiter durch Quarantäne und Infektionen ausfallen würden. „Das verschärft unseren Personalmangel weiter. Diese Zeit ist für uns alle eine große Herausforderung.“

Auch der DRK-Kreisverband Gifhorn reagiert auf die aktuelle Situation: Aussetzung aller Veranstaltungen bis mindestens Ende November und die Geschäftsstelle Am Wasserturm bleibt bis einschließlich 10. Januar für den Besucherverkehr geschlossen. Kitas, Krippen, Tagespflege und Pflegeheime (unter Einhaltung der bestehenden Besuchskonzepte) sollen geöffnet bleiben.

Im Helios-Klinikum Gifhorn sind zur Zeit keine weiteren Auswirkungen der Verschärfungen zu spüren. Das Besuchsverbot gelte schon länger, bestätigt Helios-Sprecherin Lisa Iffland. Der Krankenhausbetrieb soll nicht heruntergefahren werden. Sprechstunden in der Klinik werden wie gewohnt angeboten. Patienten werden gebeten, diese, außer in medizinisch notwendigen Fällen, ohne Begleitperson zu besuchen. „Das Helios-Sicherheitskonzept und das Besuchsverbot sollen Patienten vor einer Infektion schützen.“

In der Helios-Klinik in Wittingen gibt es schon seit dem 16. Oktober ein Besuchsverbot. Im Klinikum Uelzen, das bestätigt Sprecherin Silke Schomburg, gelte das Verbot ab Montag, 2. November. Der normale Krankenhausbetrieb sei davon jedoch unangetastet. Alle Sprechstunden und planbaren Operationen sollen weiterhin umgesetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare