Rund 80 auf Hochglanz polierte Fahrzeugen reihen sich in der Fußgängerzone aneinander

Erste Oldtimer-Meile in Gifhorn

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Dicht an dicht standen die edlen Karossen aus dem vergangenen Jahrundert.

Gifhorn. Altes Blech stand am Samstag in der Gifhorner Fußgängerzone. Allerdings war das alles andere als Schrott, denn rund 80 auf Hochglanz polierte Oldtimer erfreuten die Besucher.

„So voll war die Fußgängerzone selten“, hatte Organisator Ulrich Stenzel von etlichen Gästen gehört. Auto an Auto reihen sich aneinander, und das das erste Mal.

„Der Kern der Ausstellung sind die Teilnehmer der Dalldorf Classics“, erklärte der Oldtimerfachmann. „Mit 20 Autos plus zwei Motorräder sind wir in den zwei Wochen zuvor vom 5. bis zum 14. September bis nach Tirol gefahren“, bestätigte Rolf Hoyer, der die Planungen für die Oldtimerfreunde zusammen mit Karsten Krause ausgearbeitet hatte. „Wir sind die Strecke zuvor sogar abgefahren, denn das kann man nicht nur auf der Karte oder per Internet planen“, erklärte Hoyer. Vor allem bei den Rastorten musste erkundet werden, ob die wertvollen Vehikel über Nacht auch gegen Diebstahl gesichert sind.

Ein Trabbi? Nein, ein DKW Junior, wie der Fachmann schnell erkannte.

Erlebt hat die Gruppe natürlich einiges. So gab es Spontaninterviews und ganzseitige Berichte großer Tageszeitungen während der Tour, als die Gruppe etwa im Schleizer Dreieck, einer Rennstrecke, vorfuhr. „Alles in allem haben wir eine super Werbung für Gifhorn gemacht“, freute sich Hoyer. Infomaterial hatte es von Bürgermeister Matthias Nerlich gegeben. Zwar gab es auch den ein oder anderen kleinen technischen Schaden an den betagten Autos, aber ein mitfahrender Mechaniker brachte die Wagen stets wieder zum Laufen.

Der Ferrari war das Ziel vieler geheimer Träume. Eine 86-Jährige durfte mitfahren.

Dass die Oldies im Originalzustand waren, verstand sich von selbst. „Es darf nichts nachträglich eingebaut werden. Selbst die Sicherheitsgurte fehlen bei den älteren Autos, und sie sind auch jetzt nicht vorgeschrieben“, erklärte Hoyer. Mit von der Partie waren auch Oldtimer-Besitzer aus dem Nordkreis. „Wir haben uns nun angeschlossen und zu den 20 Oldtimern weitere Oldtimerfreunde über die Presse eingeladen, aber bei insgesamt 80 Fahrzeugen erst einmal Stop gesagt. Wir wollten testen, wieviel Platz wir hier noch haben“, sagte Stenzel bei der ersten Oldtimermeile. Und nicht nur anschauen war angesagt, für einen kleinen Obolus für einen wohltätigen Zweck durften die Interessierten sich nicht nur in einen Oldtimer hineinsetzen, sondern mit den Besitzern auch eine Runde durch die Stadt mitfahren. „Die erste Mitfahrerin war eine 86-jährige Dame“, schmunzelte Stenzel. Die kam und erzählte, dass es ihr Traum sei, einmal in einem Ferrari zu fahren.

Die meisten Fahrzeuge kamen übrigens aus dem Landkreis. Lediglich bei rund fünf Prozent entdeckte Organisator Ulrich Stenzel ein nicht-Gifhorner Kennzeichen. Mit dabei waren auch d die Polizei, der ADAC und die Verkehrswacht. Und nach dem großen Erfolg der ersten Oldtimer-Meile ist eine zweite Auflage im kommenden Jahr schon sicher.

Von Burkhard Ohse

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