Sechs Familien sollen in Hankensbüttel, drei Menschen in Brome leben

Erste Flüchtlinge erwartet

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Weitere Asylbewerber werden demnächst im Landkreis erwartet. Die Kommunen sollen sie unterbringen.

Landkreis Gifhorn. Kurz vor Weihnachten beschloss der Kreistag in Gifhorn die Heranziehung der Gemeinden und Samtgemeinde bei der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Grund: Auch das Land Niedersachsen erwartet einen erhöhten Zustrom von Flüchtlingen.

Die Kapazität der zentralen Unterkünfte des Landkreises in Meinersen und in der Gifhorner Wohnanlage Clausmoorhof sind erschöpft. Dort leben derzeit 490 Asylbewerber.

Nach der letzten Quotenermittlung des Landes hat der Landkreis bis Ende des Jahres noch weitere 263 Personen aufzunehmen und unterzubringen. Ab Februar sind die Kommunen mit in der Pflicht. Deshalb rief der Landkreis dazu auf, leerstehenden Wohnraum anzuzeigen. „Bis jetzt sind uns 19 Wohnungen gemeldet worden“, sagt Evelin Wißmann, Erste Kreisrätin in Gifhorn.

Angemeldet sind bereits auch die ersten Menschen, die dort untergebracht werden sollen. Sechs Familien werden in Hakensbüttel und drei Personen in Brome vorübergehend ein neues Zuhause finden, weiß Frank Breust. Der Sozialarbeiter der Diakonie ist im Nordkreis auch für die Betreuung von Flüchtlingen zuständig. Was Breust nicht weiß: „Wie viele Menschen demnächst tatsächlich kommen und wo sie herstammen, ist uns noch nicht bekannt“, sagt er. Ebenfalls hat er bis jetzt keine Ahnung davon, wann die Menschen im Landkreis eintreffen werden.

Fraglich sei auch der so genannte Aufenthaltsstatus der Leute. „Viele meinen, es handele sich um Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Aber wir haben so gut wie gar keine Flüchtlinge bei uns im Landkreis“, sagt Wißmann. Die meisten der 290 Menschen, die im vergangenen Jahr vom Land Niedersachsen im Rahmen des Gesetzes zur Aufnahme von ausländischen Flüchtlingen dem Landkreis zugewiesen worden seien, stammten vom Balkan, berichtet die Erste Kreisrätin. Vorwiegend aus Serbien, Mazedonien, Albanien oder dem Kosovo. „Sie hatten politisches Asyl beantragt. Die meisten Fälle wurden abgelehnt, die Menschen kehrten in ihre Heimat zurück.“

Die Diakonie jedenfalls will ihre ehrenamtlichen Integrationslotsen einsetzen, um den Menschen vor Ort zu helfen, kündigt Breust an. Das fange bei der Beschaffung von Mobiliar an. „Je nachdem, welchen Aufenthaltsstatus die Personen haben, werden wir sie bei den unterschiedlichen behördlichen Verfahren unterstützen“, sagt der Sozialarbeiter aus Wittingen.

Das wichtigste sei aber, den Menschen erst einmal ein Gefühl von Sicherheit und ein wenig Geborgenheit zu geben. „Da leisten unsere Integrationslotsen eine ganz wichtige Arbeit.“

Von Jens Schopp

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