Landkreis Gifhorn bereitet sich auf Hilfe für Kriegsflüchtlinge vor

Erste Familie aus der Ukraine aufgenommen

Das Wittinger Rathaus wird in den Landesfarben der Ukraine angeleuchtet.
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Das Wittinger Rathaus in Blau und Gelb – wie im ganzen Kreisgebiet wurde auch hier am Donnestagabend Solidarität mit der Ukraine und ihren Bürgern bekundet.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Landkreis Gifhorn – Der Landkreis Gifhorn bereitet sich auf die Aufnahme und Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen vor. Die erste Familie ist am Freitag aufgenommen und in der Gemeinschaftsunterkunft Ehra-Lessien untergebracht worden.

„Die Welle der Unterstützung und Solidarität im Landkreis Gifhorn ist riesig – das erfüllt mich mit Stolz“, sagt Landrat Tobias Heilmann. „Es ist natürlich selbstverständlich, dass wir schutzsuchende Menschen bei uns aufnehmen.“

Die Kreisverwaltung hat sich am Mittwochnachmittag mit den Hauptverwaltungsbeamten der kreisangehörigen Kommunen verständigt, um das gemeinsame Vorgehen zu besprechen. „In Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine ziehen wir an einem Strang“, berichtet Heilmann aus der Videokonferenz mit den Rathauschefs.

Dass am Donnerstagabend die Rathäuser im Kreisgebiet in Blau und Gelb angeleuchtet wurden, war ein symbolischer Akt, bei dem es freilich nicht bleiben soll. Die Kommunen und der Kreis wollen den fliehenden Menschen aktiv helfen.

So soll Wohnraum für die Kriegsflüchtlinge gesucht werden. Für die Akquise vor Ort sind die Städte und Gemeinden zuständig, die Kreisverwaltung koordiniert das Vorgehen. Zudem soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, um „die Bewältigung der kommenden Aufgaben abzusprechen“.

Die Behörden wenden sich dabei auch an die Bürger des Landkreises:

• Privatpersonen oder Vermieter, die Wohnraum für ukrainische Flüchtlinge zur Verfügung stellen möchten, werden gebeten, sich per E-Mail an ukrainehilfe@gifhorn.de zu wenden.

• Personen oder Initiativen, die sich ehrenamtlich engagieren und den Menschen aus der Ukraine bei alltäglichen Aufgaben helfen möchten (zum Beispiel Dolmetschen, Behördengänge), wenden sich per E-Mail an ehrenamt-ukraine@gifhorn.de. Im Bedarfsfall wird die Kreisverwaltung zu den Privatpersonen Kontakt aufnehmen.

Vorerst können Kriegsflüchtlinge noch in Einrichtungen untergebracht werden, die schon in den letzten Jahren für die Beherbergung von Geflüchteten genutzt wurden. Aktuell bieten die kreiseigenen Gemeinschaftsunterkünfte noch Platz – in Ehra-Lessien etwa gibt es nach Angaben der Kreisverwaltung noch Kapazitäten für etwas weniger als 40 Personen. Dort sind kurzfristig bereits noch drei weitere Häuser mit rund 150 Plätzen hergerichtet worden.

In der Unterkunft Brome stehen noch zehn Plätze zur Verfügung, im Clausmoorhof sind es fünf. Weitere dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten würden zurzeit geprüft, heißt es.

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