Wittinger Notarzt soll aushelfen / Überlegung zur Standortverschiebung

Engpass bei Krankentranport

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Nicht alle Sekundärtransporte können derzeit im Landkreis Gifhorn zeitgerecht vorgenommen werden. Der Wittinger Notarzt soll bei Ausfällen einspringen.

Landkreis Gifhorn/Wittigen. Lebensbedrohliche Transporte von einem Krankenhaus in eine weiterführende medizinische Versorgungseinrichtung (Sekundärtransporte) können derzeit im Landkreis Gifhorn nicht immer zeitgerecht vorgenommen werden.

Das berichtete Dr. med. Gert Hobbensiefken, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, kürzlich im Ausschuss für Feuerschutz und Rettungswesen des Landkreises Gifhorn. Das Sekundärverlegungssystem werde von der Firma G. Haerting Rettungsdienst GmbH aus Brome betrieben. „Die Firma hat den Vorteil, dass sie gleichzeitig auch den Notarzt besorgt“, erklärte Dr. med. Hobbesiefken. Denn dieser müsse bei Sekundärtransporten immer zur Überwachung der Vitalfunktionen des Patienten mitfahren. Über einen längeren Zeitraum waren nun immer wieder Transporte der Firma ausgefallen. „Das liegt daran, dass kein Arzt zur Verfügung stand“, berichtete der Ärztliche Leiter. In Einzelfällen könne man den Ausfall durch den primären Notarzt in Gifhorn regulieren, der den anliegenden Transport begleite. „Aber das können wir nicht dauerhaft machen, weil der Notarzt seiner Funktion für den Landkreis dann nicht mehr gerecht wird.“ Die Ressource Arzt sei das Begrenzende in dem Sekundärverlegungssystem. Deswegen schaue man nach neuen Lösungen.

Von den rund 4200 Notarzteinsätzen pro Jahr im Landkreis, fahre das Notarzteinsatzfahrzeug des Gifhorner Krankenhauses (NEF Süd) acht Einsätze in 24 Stunden. Das NEF Nord in Wittingen fahre hingegen nur vier Einsätze in 24 Stunden. Deswegen schlug Hobbensiefken vor, den weniger frequentierten Notarzt in Wittingen gelegentlich für Sekundärtransporte aus dem Gifhorner Krankenhaus einzusetzen, wenn die Firma Haerting einen Einsatz nicht gewährleisten kann. Zugleich solle der Notarzt in Wittingen aber auch weiterhin für die Bürger im Nordkreis im Einsatz bleiben. Um beiden Einsatzorten gerecht zu werden und schnell vor Ort zu sein, müsse man den Standort weiter in den Süden verlagern. Wohin genau, müsse man berechnen.

Dirk Wegmeyer (CDU) hakte nach, ob auch Rettungshubschrauber für einen Sekundärtransport im Landkreis in Frage kommen würden. Das verneinte Hobbensiefken. Lediglich in Hannover gebe es einen Flugplatz für die gesamte Region, der von vielen anderen Landkreisen benutzt werde und deswegen nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehe. Außerdem „braucht der Hubschrauber nachts unter Idealbedingungen eine halbe Stunde bis zum Gifhorner Krankenhaus und wieder zurück. Das ist zu lange“, erklärte der Ärztliche Leiter.

Von Ann-Cathrin Brey

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