Das Ende der Überbuchung

Sassenburger IGS macht sich Sorgen um ihren Platz in neuer Schullandschaft

Rolf-Dieter Maskus, Leiter der IGS Sassenburg, sieht die Fünfzügigkeit seiner Schule nachhaltig gefährdet. Viele Schüler im Süden der Samtgemeinde Brome steuern eher Schulen in Wolfsburg an.
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Rolf-Dieter Maskus, Leiter der IGS Sassenburg, sieht die Fünfzügigkeit seiner Schule nachhaltig gefährdet. Viele Schüler im Süden der Samtgemeinde Brome steuern eher Schulen in Wolfsburg an.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Gifhorn/Westerbeck. Die Gründung von drei Gesamtschulen in der Sassenburg, in Gifhorn und in Wittingen hat die Schullandschaft seit 2010 nachhaltig verändert.

Muss der Landkreis Gifhorn nun politisch nachsteuern, um die Schülerströme in die gewünschten Richtungen zu dirigieren? Der Schulleiter der Sassenburger IGS, Rolf-Dieter Maskus, glaubt, dass es Handlungsbedarf geben könnte.

Dem Schulausschuss des Landkreises teilte Maskus in dessen jüngster Sitzung seine „Besorgnis“ über die Schuleinzugsbereiche mit. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Sassenburger IGS in diesem Sommer erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 2010 nicht „überbucht“ war. Für die 150 Plätze im neuen fünften Jahrgang gab es nur 123 Anmeldungen. Mit zehn Schülern, die an der Gifhorner IGS nicht aufgenommen werden konnten, waren es dann 133 Fünftklässler, die in Westerbeck eingeschult wurden.

„So können wir die Fünfzügigkeit auf Dauer nicht halten“, fürchtet Maskus. 2010 hatte er noch 180 Absagen schreiben müssen, 330 Schüler wollten damals an die neue IGS Sassenburg. 2012 lagen noch 258 Anmeldungen vor; 2013, im Jahr der Gründung der Gifhorner IGS, waren es 190. Aus der Kreisstadt-IGS wird eine regelmäßig hohe Resonanz gemeldet. 2014 mussten in Westerbeck nur noch 27 Absagen verschickt werden – nun, 2015, der „Einbruch“, wie Maskus es formulierte.

Nach der Gründung der Wittinger IGS erstreckt sich der Einzugsbereich der Sassenburger Gesamtschule – die zwischenzeitlich schon als „Nordkreisschule“ gehandelt wurde – vor allem auch auf das südliche Bromer Land. Von dort, so glaubt Maskus, kommen aber nicht so viele Schüler, wie es sein sollten. Aus dem Rühener Bereich wie auch aus der Samtgemeinde Boldecker Land würden oft Schulen im Wolfsburger Stadtgebiet angewählt. „Dort gehen 600 Schüler an uns vorbei“, schätzt Maskus, der bei der Politik eine „Korrektur“ anregte.

Mit Ehra-Lessien und Brome habe die IGS Sassenburg zudem „zwei ganz starke Bereiche“ an die neue Wittinger Gesamtschule verloren, meinte Maskus. Allerdings: Dort ist mit 77 Fünftklässlern gerade mal knapp das Mindestsoll an Schülern überschritten worden. Das weiß auch Maskus: „Die Schüler, die wir verloren haben, sind in Wittingen nicht angekommen.“

Zwei Vorschläge machte Maskus dem Schulausschuss, die allerdings zunächst nicht weiter diskutiert wurden: Zum einen solle der Landkreis über eine direkte Busverbindung von Rühen nach Westerbeck nachdenken. Zum anderen sollten auch die Schuleinzugsbereiche eventuell „noch mal überdacht werden“.

Klar ist, dass an der Sassenburger IGS im August 2016 eine dreizügige Oberstufe mit bis zu 75 Schülern startet.

Von Holger Boden

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