Eisvogel „Eisi“ schaut täglich vorbei

Den Eisvogel im Fokus: Thomas Hardt fotografiert behände Natur und Tiere

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Thomas Hardt fotografiert seit Jahrzehnten Vögel. Am liebsten aus seinem selbstgebauten Unterstand heraus. Dabei hat er das passende Equipment, die Erfahrung und die Leidenschaft im Gepäck, die man dafür braucht.

Winkel. Es regnet, es ist kalt. Ein selbstgezimmerter Unterstand, ein kleiner Teich, Wildwuchs, wohin man blickt. Thomas Hardt nennt das „mein Paradies“. Und er hat Augen und Ohren dafür. Schon von Weitem hört er ein typisches Zwitschern.

Dann landet der Eisvogel rund zwei Meter vor Hardts Nase, die er an die Kamera mit Super-Teleobjektiv presst.

Auf „Eisi“ ist Verlass: Der Eisvogel lässt sich jeden Tag blicken.

Der possierliche Vogel sitzt, wartet, guckt und stößt dann blitzschnell ins Wasser. Nicht immer, aber manchmal hat er beim Wiederauftauschen einen kleinen Fisch im Maul. Einen persönlichen Namen hat der bekannte Vogel nicht, „Eisi“ nennt Hardt ihn. „So heißt er bei allen Fotografen“, erklärt er. Hardt fotografiert seit mehreren Jahrzehnten Vögel und andere Tiere, die er auf dem Nachbargrundstück, im Ilkerbruch, im Viehmoor oder an anderen Stellen im Landkreis findet. Die hochwertige Fotoausrüstung führt dabei zu fantastischen Bildern. Messerscharf, selbst bei Vergrößerungen, sind die Tiere oft in ganz besonderen Situationen zu sehen. Sein Hobby teilt Hardt mit vielen Naturfotografen, und die lässt er auch teilhaben an seinem Paradies. Sie kommen aus ganz Deutschland nach Winkel, nur um Tierfotos zu schießen. „Man kann hier einen Tag pachten, mit Eisvogel-Garantie. Das gibt es sonst nirgends“, sagt Hardt.

Dass Eisi täglich mehrere Male vorbeischaut, liege daran, dass der Teich für ihn ein „Supermarkt“ sei. Zehn Fische brauche so ein Eisvogel und die sind mindestens im Teich. Auch wenn es friert, kommt der Vogel an sein Futter, denn Hardt lässt das Wasser nicht gefrieren. „Wenn es völlig zugefroren ist, ist es schlimm für den Eisvogel“, weiß Hardt. Er ist durch jahrelange Beobachtung des blauroten Vogels Experte.

Auch mit anderen gefiederten Freunden kennt er sich aus. Geschätzt 40 verschiedenen Vogelarten lassen sich in dem Garten blicken, darunter so seltene wie Dompfaff, Kernbeißer oder Neuntöter. Auch sie kommen, weil es Futter gibt. Je nach Vogel gibt es Fettfutter, Körner und anderes, das rund um den Teich aufgestellt ist. Fotografien hat Hardt mehr als genug, macht aber weiter. „Es geht mir nicht um die Bilder, sondern um das Gefühl. Hier zu sitzen, die Tiere zu beobachten“, sagt er. „Der Moment“ ist entscheidend, und, wenn er im Landkreis unterwegs ist, das Suchen und das Finden.

Von Burkhard Ohse

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