Torhaus-Fassade des Gifhorner Schlosses wird mit Trockeneis abgestrahlt

Eiskalte Sanierung im Sommer

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Eingerüstet und hinter Planen versteckt, so präsentiert sich seit mehr als einem Monat das Torhaus des Schlosses Gifhorn. Derzeit läuft der erste Bauabschnitt einer umfangreichen Sanierung. Foto: Boden

Gifhorn. Der Sommer ist zurückgekehrt und trotzdem ist die Torhaus-Sanierung am Gifhorner Schloss eine verdammt kalte Angelegenheit: Auf der Baustelle wird mit 80 Grad kaltem Trockeneis gearbeitet.

„Damit die zum Teil angegriffene Fassade ausgebessert und neu verschlämmt werden kann, muss der alte Putz herunter“, sagt Holger Schulz, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bauen der Gifhorner Kreisverwaltung, die gerade ihr eigenes Domizil aufpoliert.

Zierde an der Dachrinne des Torhauses: Die Metallfigur sieht der Berachter von unten ohne Hilfsmittel nicht im Detail.

Die sauberste und effektivste Methode sei dabei eben die Hochdruckbestrahlung mit Trockeneis. Durch die Beschleunigung des Eises werde der Putz des Torhauses so stark unterkühlt, dass er völlig spröde wird. Das Eis dringe ein und wird gasförmig. Dabei explodiere es geradezu auf seine 700- bis 1000-fache Ursprungsgröße und sprenge Putz sowie loses Mauerwerk ab. „Mit den Arbeiten sind wir auf der Zielgeraden“, sagt Schulz. Anschließend wird die zurzeit eingerüstete und mit Planen verhängte Fassade neu verschlämmt, so Schulz.

Wie der neue Putz strukturiert sein wird, darüber müsse man sich noch mit der Oberen Denkmalbehörde abstimmen. Die Bauleute haben auf einem der charakteristischen Bögen der halbrunden Giebel des Torhauses Proben von zwei Putzvarianten aufgebracht. „Wir können zwischen einem glatten und einem porösen Putz wählen“, erklärt Schulz. Wobei ein poröser Putz das Torhaus dunkler erscheinen lassen würde. Die bereits sanierte Kapelle des Gifhorner Schlosses ist mit einem Glattputz hergerichtet worden. Daran wolle man sich orientieren, insofern favorisiert Schulz die glatte Ausführung.

Von Jens Schopp

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