DLRG-Ortsgruppe Hankensbüttel-Wittingen sorgt am Tankumsee für die nötige Sicherheit

Eine Woche Wache am Wasser

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Die DLRG-Ortsgruppe aus Hankensbüttel und Wittingen schiebt diese Woche Dienst am Tankumsee und sorgt dafür, dass beim Baden keinem etwas passiert.

Tankumsee. Durchgehend besetzt die DLRG während der Sommerferien die Rettungsstation am Tankumsee. Am morgigen Sonntag endet die Wachwoche für die Mitglieder der Ortsgruppe Hankensbüttel-Wittingen.

Philipp Wunnenberg (l.) und Lennard Dorm und haben vom Wachturm den Überblick

„Bei Wind und Wetter, das spielt keine Rolle“, betont Wachführerin Sabrina Grunert. „Es macht Spaß. Entweder es sind viele Badegäste da und man hat freundliche Kontakte, oder wenn weniger los ist, dann machen wir Ausbildung. Auch das ist schön“, sagt sie. Sie selbst oder ihr Stellvertreter Tobias Tretschok sitzen am Funk und teilen die Mitglieder ein. Der Plan hängt nahe des Wachturms an der Wand des Hauses, in dessen Obergeschoss übernachtet wird. Denn wenn der Dienst im allgemeinen, außer bei Hochbetrieb, um 18 Uhr beendet ist, übernachten die Mitglieder auch am See, versorgen sich, kochen, leben zusammen.

Mit Stehpaddelbooten (SUP) und Motorboot sind die Wasserretter auf dem See.

Der Tag beginnt mit dem gemeinsamen Frühstück um 9 Uhr. Einige haben da bereits Sport gemacht oder sind eine Runde geschwommen. Um 10 Uhr ist die Flaggenparade, Fertigmachen des Motorrettungsboots, Besetzen des Wachturms. Die Flagge ist das sichtbare Zeichen für die Badegäste, dass der Dienst der Ehrenamtlichen der DLRG begonnen hat. Das signalisiert auch die rote Einsatzkleidung, die dann getragen wird. Wer aufgrund von Erkältung oder anderer Probleme nicht wachfähig ist, meldet das gleich zu Beginn. Dann ist ein Einsatz im Boot oder auf den SUP (Stand Up Paddle Boards), auf denen man schnell unterwegs ist und mehr Übersicht hat, für den Tag ausgeschlossen. Um 10 Uhr beginnt auch die Streife, vor allem bei viel Badebetrieb.

Ein Bootsführerschein ist zum Steuern des roten Motorboots extra erforderlich.

Einen Einsatz gibt es durchschnittlich pro Woche, nicht nur im Wasser, manchmal auch am Strand. Die Rettungsschwimmer haben neben mindestens dem silbernen DLRG-Abzeichen eine Sanitätsausbildung für erste Maßnahmen zusätzlich zum Einleiten der Rettungskette. „Beides muss spätestens alle zwei Jahre wiederholt werden“, sagt Tretschok. In der Ortsgruppe wird es sogar jedes Jahr zumindest aufgefrischt. Mindestens acht Wasserretter sind vor Ort, derzeit sogar 15, dazu sieben Praktikanten. Die nennen sich JET, Jugendeinsatzteam, sind ab zwölf Jahre alt und werden durch die Teilnahme in der Woche an die Wasserrettung herangeführt. Wer bei der DLRG mitmachen will, muss auf jeden Fall den Fitnesstest bestehen, der aus 100 Meter laufen, 200 Meter schwimmen und wieder 100 Meter laufen innerhalb von 8 Minuten besteht. Vor der Saison gibt es zudem kombinierte Einsatzübungen, Abtauchen und Retten bis zur Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Im Winter halten sich die Mitglieder dreimal pro Woche in den Hallenbädern Knesebeck und Hagen fit. Dort können auch neue Interessierte mitmachen, die dann nach und nach zu Rettungsschwimmern ausgebildet werden.

Wichtig und in der Satzung verankert ist auch die Präventionsarbeit. 60 Prozent der Viertklässler können nicht schwimmen, weiß Anna Richter, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Daher gehört die Vermittlung von Schwimmfähigkeiten auch zur Aufgabe der DLRG. „Die Gemeinschaft macht Spaß, wir kennen uns schon lange, und es entstehen Freundschaften“, sagt Richter. „Man macht etwas zum Wohle der Allgemeinheit und betätigt sich sportlich.“

Von Burkhard Ohse

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