Landkreis-Lauf: Ungewöhnliche Erfahrung für Langläufer

„Eine Woche lang grinsen“

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Getränke und Bananen gab’s an den Haltepunkten: Diese Stationen sind wichtig, um den Mineralstoffhaushalt der Läufer wieder aufzufüllen.

Hülperode/Knesebeck. Dauerregen gab es am Samstag. „Durchschnittswetter“, nannte das Arne Duncker, einer der Organisatoren des Landkreislaufs.

„Das kann man so sagen, wenn man sonst bei dieser Veranstaltung mit Eisglätte und Schneestürmen zu kämpfen hat“, unterstreicht er gegenüber dem IK.

Erschöpft, aber glücklich kamen etwa 40 der insgesamt 120 Teilnehmer gegen Abend vor der Grundschule in Knesebeck an. Die übrigen Läufer hatten sich für kürzere Streckenabschnitte entschieden, waren nach dem Start in Hülperode am Südende des Landkreises und mit Startschuss durch die stellvertretende Landrätin Ines Kielhorn eingestiegen oder hatten sich im Laufe der Strecke ausgeklinkt, so wie Patrick Lieb aus Groß Oesingen.

Sein Vater Dieter, sonst auch schon beim Landkreislauf dabei, hatte ihn per Auto zum Haltepunkt in Gifhorn gebracht. „Ich möchte einen Halbmarathon bis Stüde mitlaufen“, sagte der 43-Jährige. Er hatte gehört, dass das Wetter zu Mittag besser werden sollte. Besseres Wetter gibt es auch im weiteren Jahresverlauf. „Dann haben wir aber nur die Hälfte der Teilnehmerzahl, weil es viele andere Marathonläufe gibt“, wusste Duncker aus Erfahrung.

Thomas Meier aus Knesebeck fuhr mit dem Zug nach Gifhorn, um bis zu seinem Wohnort zu laufen. Dort holte ihn Lebensgefährtin Uschi Schüller ab. Mit Hund kamen die Läufer gegen Mittag in Gifhorn zusammen an. Denn es ging nicht um Leistung, sondern das gemeinsame Erleben.

Wie dort gab es an mehreren Haltepunkten Bananen, Tee und Saft. Die letzten 100 Meter vor dem Ziel durften die zuerst einlaufen, die die ganze Strecke dabei waren, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Das schafften acht Männer und eine Frau. Für Anke Meinberg waren die knapp 70 Kilometer auch relativ kurz, die Wolfenbüttlerin konnte schon auf einen Weltmeistertitel im 100-Kilometer-Lauf verweisen. Aus dem Nordkreis hielt Holger Hendrich aus Schönewörde die ganze Strecke durch, schon zum „dritten oder vierten Mal“, wie er am Ziel sagte.

„Den Kanal entlang war es schwer“, kommentierte er den Lauf, denn da gab’s kräftigen Gegenwind. „Doch wenn man zuletzt das Ziel vor Augen hat, wenn alles weh tut, aber man weiß, dass man es schafft, dann ist es am schönsten“, sagte Hendrich.

Und warum macht man so etwas überhaupt? „Man kriegt dann eine Woche das Grinsen nicht aus dem Gesicht, wenn man sich selbst überwunden hat“, sagte Hendrich. Dabei musste um seinen Wohnort einen Bogen gemacht werden. Teile der Strecke in Schönewörde waren überflutet.

Auch sonst lief es nicht ganz nach Plan. Gleich zu Beginn in Lagesbüttel verlief man sich. „Der Weg war umgepflügt, da sind wir die falsche Strecke gelaufen“, erklärte Duncker. Folge waren ein kleiner Umweg über Groß Schwülper und 1400 weitere Meter, die sich zu den geplanten 66 Kilometern addierten.

Im Ziel in Knesebeck gab es Hochzeitssuppe, gemütliches Beisammensein und wer wollte, konnte auch noch mehr Nass erleben, im Knesebecker Schwimmbad.

Von Burkhard Ohse

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