Gifhorn: Erster Schritt zur interkommunalen Zusammenarbeit ist getan

„Eine Win-Win-Situation“

Im Beisein von Kreisrat Detlev Loos (hinten links) und Ilka Bauke von der Hankensbütteler Samtgemeindeverwaltung (hinten rechts) unterzeichneten gestern Morgen Landrätin Marion Lau und Andreas Taebel, Chef der Samtgemeinde Hankensbüttel, einen Vertrag zur interkommunalen Zusammenarbeit im Kreisgebiet. Foto: Peiser

Landkreis Gifhorn. Der erste Schritt der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Gifhorn und der Samtgemeinde Hankensbüttel ist getan. Ab dem 1. Januar wird der Landkreis die Personalsachbearbeitung und Bezügeabrechnung für die Mitarbeiter der Samtgemeinde Hankensbüttel vollständig übernehmen.

Gestern Morgen unterzeichneten Landrätin Marion und Samtgemeindechef Andreas Taebel den Vertrag. „Heute betreten wir Neuland“, meint Lau. „Das Ganze macht uns auch ein Stück weit Stolz“, frohlockt Kreisrat Detlev Loos.

Bisher war die Kreisverwaltung ausschließlich für die Personalsachbearbeitung und die Bezügeabrechnung ihrer eigenen Mitarbeiter verantwortlich während sich die Samtgemeinde Hankensbüttel eines privaten Dienstleisters in Bremen bedient hatte. „Bei Problemen war es schwierig, einen Mitarbeiter mal eben nach Bremen zu schicken. Wir haben gesehen, dass es auch günstiger geht – und wir sind eine kommunale Familie“, sieht Taebel die Vorteile. Insbesondere da es sich um Dienstleistungen handelt, die die Bürger nicht betreffen.

Der Vertragsunterzeichnung sind intensive Gespräche vorausgegangen, die schließlich zu der Erkenntnis geführt haben, dass diese verstärkte Zusammenarbeit letztlich für beide Seiten erhebliche Vorteile bietet. Taebel spricht von einer Win-Win-Situation. Der Landkreis verspricht sich eine noch stärkere Verwebung mit seinen kreisangehörigen Gebietseinheiten. Dadurch kann er als kompetenter Partner für diese Aufgabe aufgrund seines größeren Personalkörpers in der Personalsachbearbeitung Fallkonstellationen abdecken, die bei der Samtgemeinde wegen ihrer Größe relativ selten vorkommen. Insofern muss nunmehr in Hankensbüttel Spezialwissen nicht ganzjährig vorgehalten beziehungsweise am freien Markt kostenintensiv eingekauft werden.

Für die Samtgemeinde bedeutet die Aufgabenabwicklung durch den Landkreis den Rückruf auf vertraute und bekannte Ansprechpartner, anstatt auf externe Dienstleister. Wie Taebel erwähnte, bedeute dies für die Mitarbeiter, komplexe Fragen in einem persönlichen Gespräch zu klären.

Natürlich spielt auch der wirtschaftliche Aspekt eine Rolle. „Der Landkreis kann wesentlich günstigere Konditionen gewähren ohne die Absicht, Gewinn zu erzielen. Für die Samtgemeinde Hankensbüttel bedeutet dies Einsparungen von etwa 20 Prozent“, betont Loos.

Wie Lau deutlich macht, erhoffe man sich durch die Aufgabenübernahme eine Signalwirkung auch für andere Gebietseinheiten, um den kreisweit eingeschlagenen Weg der Bündelung von Kompetenzen zur Effizienzsteigerung der Aufgabenerledigung angesichts immer knapper werdender Ressourcen nicht nur im Personalbereich weiter vorantreiben zu können.

„Nun stehen Überlegungen an, welche Aufgaben man noch zusammenlegen könnte – allerdings muss es passen. Bei der EDV wird es ein längerer Prozess, weil unterschiedliche Software verwendet wird“, erläutert Loos mit Blick in Richtung Zukunft.

Von Carola Peiser

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