Fachausschuss des Kreises Gifhorn begrüßt Konzept für mehr Lebensqualität

Eine Region zum Wohlfühlen

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Ein Spargelfest im Landkreis Gifhorn – das ist eine der Ideen, um die Region attraktiver für Einheimische und Besucher zu machen.

Landkreis Gifhorn. Das Ziel ist, die Region Braunschweig-Wolfsburg lebenswerter für die Bevölkerung und attraktiver für Besucher zu machen. Dazu haben Tourismusexperten und Vertreter aus Städten und Landkreisen unter Mitwirkung der Bürger das Projekt „Gemeinsam gestalten.

Erlebnisregion 2020“ erarbeitet (das IK berichtete). Jetzt stellte Manfred Günterberg, Generalbevollmächtigter der Wolfsburg AG, konkrete Ideen für eine Aufwertung der Region vor – und die stießen beim Wirtschafts- und Tourismusausschuss des Landkeises Gifhorn auf breite Zustimmung.

„Tourismus ist ein ganz wichtiger Wirtschaftszweig, den wir hier nachhaltig erschließen wollen“, betonte Günterberg, dessen Wolfsburg AG sich auf diesem Feld gemeinsam mit der Projektregion Braunschweig engagiert. Das Leitthema für den Kreis Gifhorn lautet „Gesundheit und Wohlbefinden“. So rief Günterberg dazu auf, die Angebote der hiesigen Übernachtungsbetriebe zu verbessern. „Qualität und Quantität sind nicht mehr ausreichend“, erklärte er.

Zudem schlug er vor, Bauernmärkte, Erlebnis-Wanderpfade und Themen-Radwege in der Region einzurichten. „Das muss viel stärker ausgebaut werden, um eine Attraktivitätssteigerung zu erreichen.“ Auch die Schaffung von Besucherzentren könne zur touristischen Aufwertung beitragen. Nicht zuletzt seien besondere Veranstaltungen gefragt. „Obwohl Gifhorn in einer Spargelregion liegt, gibt es hier nicht mal ein Spargelfestival“, nannte Günterberg einen Ansatzpunkt zur Verbesserung. Es müssten Anlässe geschaffen werden, um Besucher anzulocken.

Doch die „Allianz für die Region“, so der Name der Projektpartnerschaft, hat nicht nur die Urlauber im Blick. Es geht auch darum, den Freizeitwert und die Lebensqualität für die einheimische Bevölkerung zu verbessern und der Region ein positives Image zu verschaffen. Das sei auch für die Unternehmen sehr wichtig. Sie könnten sich im Kampf gegen den Fachkräftemangel nicht allein darauf verlassen, dass gute Bezahlung Arbeitnehmer anlockt. Ein ebenso wichtiges Kriterium sei der Wohlfühlfaktor in der Region. Günterbergs Fazit: „Wir haben hier hervorragende Chancen, den demografischen und strukturellen Wandel zu meistern.“ Das Ganze sei jedoch nur mit privaten Investitionen möglich.

Der Ausschuss begrüßte das Konzept ausdrücklich, machte aber auch skeptische Anmerkungen. So sah Rolf Schliephacke (SPD) Defizite bei der Einbindung der Gemeinden in die Projekte. „Es ist ganz wichtig, dass das Ganze auch unten ankommt“, betonte er. Die „Allianz für die Region“ könne nur Angebote machen, diese müssten „auch aufgenommen werden von den Gebietskörperschaften“, entgegnete Günterberg.

Zum gemeinsamen Handeln rief Landrätin Marion Lau auf. „Wir können uns nur miteinander voranbringen“, sagte sie. Eine mögliche Hürde für die Umsetzung der Projekte erkannte Erster Kreisrat Detlev Loos: „Für viele Vorhaben werden wir keine privaten Investoren finden. Da muss dann wieder die öffentliche Hand ran.“

Von Bernd Schossadowski

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