Eine Lücke geschlossen

Katharina

Gifhorn. Nach einiger Zeit der Vakanz ist die Abteilung im Fachbereich Gesundheit, Sozialpsychiatrischer Dienst mit Katharina Pöschel als Leiterin neu besetzt. „Gerade in heutigen Zeiten nehmen psychiatrische Erkrankungen zu. Daher ist es um so wichtiger, dass das Gesundheitsamt einen neuen Psychiater hat“, freut sich Erste Kreisrätin Ingrid Alsleben. Somit ist eine weitere Lücke geschlossen.

In Katharina Pöschel hat die Kreisverwaltung eine versierte Person finden können. Seit zehn Jahren lebt die gebürtige Bielefelderin in Gifhorn. „In den Jahren habe ich hier in verschiedenen Institutionen gearbeitet und so bestehen viele Verbindungen in verschiedene Bereiche“, so die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Zum Beispiel als Honorarärztin im Schul- und Jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes Gifhorn, als Assistenzärztin im Niedersächsischen Landeskrankenhaus Königslutter oder der Tagesklinik in Peine.

Vor dreieinhalb Wochen trat Pöschel ihren Dienst an – und konnte gleich mit ihrer Arbeit loslegen: Viele Hausbesuche, viele Krisen. „Aber unser Team ist gut eingespielt, arbeitet konzentriert an der Sache und unterstützt sich gegenseitig“, freut sich die Psychiaterin, die sich auch Schwerpunkte in ihrer Tätigkeit gesetzt hat. So möchte sie gerne einen ambulanten psychischen Pflegedienst installieren und begleiten, so dass kranke Menschen in akuten Situationen auch zu Hause behandelt werden können. „Dabei geht es auch darum, die Einweisung in ein Krankenhaus abzuwenden“, erläutert Pöschel. Hauptgrund, weshalb es so einen Pflegedienst im Kreis Gifhorn noch nicht gibt, ist die sehr hoch angesetzte Qualifizierung. „Dieser Durchbruch wäre ein großer Fortschritt“, weiß auch Alsleben.

Ferner möchte Pöschel eine Lösung finden, wie Menschen in Krisen nachts oder am Wochenende geholfen werden kann. Bleibt zunächst die Frage, ob ein solcher Krisendienst machbar und bezahlbar wäre. „Generell ist man im Landkreis Gifhorn mit Institutionen gut aufgestellt, in denen psychisch Kranke arbeiten können. Dennoch wäre ein weiterer Schritt, auch schwer psychisch Kranken im kleinen Rahmen eine Arbeit zu ermöglichen. Eine psychische Erkrankung geht oft mit dem Verlust des Arbeitsplatzes einher. Warum muss man diese Menschen erst kündigen, um sie dann wieder in die Arbeitswelt einzugliedern?“, fragt sich Pöschel.

Große Aufgaben, die sich die neue Psychiaterin selbst gestellt hat.

Von Carola Peiser

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