Angelika Braut offiziell ins Amt eingeführt

Eine Chefin für das Gifhorner Amtsgericht

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Die neue Direktorin des Amtsgerichts Gifhorn, Angelika Braut (M.), mit ihrem Amtsvorgänger Dr. Heinold Willers und der Präsidentin des Landgerichts Hildesheim, Dr. Britta Knüllig-Dingeldey. 

Gifhorn – Das Gifhorner Amtsgericht hat eine neue Direktorin: Angelika Braut ist gestern in einer Feierstunde offiziell in ihr Amt eingeführt worden.

Die 58-Jährige hatte den Posten bereits im November angetreten und ist die Nachfolgerin von Dr. Heinold Willers, der im Juni letzten Jahres nach elf Jahren an der Spitze des Gerichts ausgeschieden war.

Braut (verheiratet, zwei Kinder) stammt ursprünglich aus München. Nach dem beruflichen Einstieg in die Justiz in Berlin kam die heutige Braunschweigerin im Jahr 1992 in den Gerichtsbezirk Braunschweig, wo sie seitdem verschiedene Funktionen innehatte, als Richterin wie auch in der Leitungsebene.

Die Präsidentin des Landgerichts Hildesheim, Dr. Britta Knüllig-Dingeldey, lobte Braut als „eine Führungskraft, die fachlich äußerst kompetent ist, die Menschen freundlich begegnet und die Optimismus und gute Laune versprüht“.

Braut sagte, sie sei in den ersten elf Wochen ihrer Tätigkeit „mit offenen Armen aufgenommen“ worden und habe „ein tolles Haus vorgefunden“. Als Teil der Herausforderungen der kommenden Jahre nannte sie den Weg hin zur papierlosen Arbeit und anstehende Baumaßnahmen für Sicherheitsschleusen.

Knüllig-Dingeldey würdigte auch das Wirken von Willers. Er habe in den 11 Jahren bewiesen, dass die damalige Landesregierung „die richtige Wahl getroffen hat“. Willers selbst übte zum Abschied Kritik am Dienstherren: Das Land Niedersachsen lasse für das Justizpersonal eine „angemessene Besoldung“ vermissen, während „niemand aufbegehrt“.

Auch am Amtsgericht Gifhorn gebe es eine Arbeitskultur, mit der die über 80 Beschäftigten immer wieder klaglos personelle Engpässe kompensieren und sich über das erwartbare Maß hinaus engagieren.

Seine Nachfolgerin wollte in die Kritik nicht einstimmen: In ersten Gesprächen mit den Bediensteten habe sie „viel Zufriedenheit erlebt“. Und: „Wir könnten ein bisschen mehr Personal gebrauchen – wer nicht?“

Landgerichtspräsidentin Knüllig-Dingeldey kündigte unterdessen an, dass die Justiz ihre Öffentlichkeitsarbeit intensivieren wolle. Das sei auch deshalb nötig, weil leider in den letzten Jahren deutlich geworden sei, dass „die Grundfesten des demokratischen Rechtsstaats nicht so unerschütterlich sind, wie wir angenommen haben“.

VON HOLGER BODEN

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