Ein- und Austritte konstant

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Landkreis Gifhorn - Von Carola Peiser. Die Beweggründe, warum sich Menschen dem Glauben zu- oder auch abwenden, sind unterschiedlich. Die Zahl der Ein- und Austritte entwickelte sich sowohl im Kirchenkreis Gifhorn als auch in Wittingen imJahr 2010 auf Vorjahresniveau.

Wie Pastor Stephan Eimterbäumer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Gifhorn, mitteilt, rechnet man mit einer Größenordnung von 450 Austritten und 150 Eintritten. Genaue Zahlen kann Wittingens Superintendent Martin Berndt nennen: 60 Austritte, 22 Eintritte bei etwa 22 000 Gemeindegliedern.

In Gifhorn ist der Gesamttrend der Eintritte seit einem Jahrzehnt leicht steigend, der der Austritte rückläufig. „Wir freuen uns, dass sich die Schere schließt“, meint Gifhorns Superintendent Michael Thiel. Insgesamt sei 2010 für die Kirchen bundesweit ein herausforderndes Jahr gewesen, daher sei es erfreulich, dass die Ein- und Austritte stabil seien.

Im Kirchenkreis Wittingen befinden sich die Austritte laut Berndt in den letzten Jahren auf einem niedrigen Niveau. „Trotzdem gewöhnt man sich nicht daran“, so der Superintendent gegenüber dem IK. Und: „Wir finden auch kein Muster, wie dem zu begegnen ist. Wir werden ja selten über die Motive informiert. Nur hier und da wird in Gesprächen deutlich, dass der finanzielle Aspekt eine Rolle spielt.“

Die Eintrittsstelle des Kirchenkreises Gifhorn verzeichnete 2010 32 Aufnahmen. „Die Eintrittsstelle wird seit zwei Jahren sehr gut angenommen. Sie erleichtert manchem den Weg zurück in die Kirche, der nicht zu seinem Pastor vor Ort gehen möchte“, sagt Eimterbäumer. Es habe sogar zwei Übertritte aus der katholischen Kirche gegeben, die jedoch nicht im Zusammenhang mit aktuellen Skandalen gestanden hätten. Das Gespräch in der Eintrittsstelle werde des Öfteren genutzt, um alten Ärger oder Verletzungen durch die Kirche im geschützten Rahmen loszuwerden.

Auch Berndt kann bestätigen, dass es vereinzelt zu Konfessionswechseln kommt, die nicht an den Affären festzumachen seien. „Im süddeutschen Raum sind die Skandale vielleicht eher ein Grund für Übertritte“, glaubt Berndt.

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