Gifhorn: Bereitschaft stellt Maßnahmen bei Massenanfall von Verletzten vor

Dem DRK drohen Kürzungen

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David Skiba (v. l.) erläuterte Philipp Raulfs und Dr. Thomas Walter das Konzept des T1-Zeltes.

Gifhorn. Eine Menge Informationen und auch Neuigkeiten nimmt Philip Raulfs mit nach Hannover. Der SPD-Landtagsabgeordnete schaute sich mit Erstem Kreisrat Dr. Thomas Walter am Freitagabend das an, was die DRK-Bereitschaften im Landkreis zu bieten haben.

Das DRK hatte dazu alle Fahrzeuge auf dem Schützenplatz aufgefahren und Zelte aufgebaut.

Die Erklärungen gab es von den ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräften. Aufgebaut war ein Behandlungsplatz (BHP) für einen Massenanfall von Verletzten (MANV). Nach der Verletztenablage kommen die Betroffenen je nach Schwere der Verletzung in die drei Zelte T1 bis T3, erklärte Kreisbereitschaftsleiter Björn Knigge. „Zunächst wird jeder per Scanner registriert, Notärzte entscheiden dann, welcher Verletzte in welches Zelt kommt“, erklärte der Leiter des BHP, David Skiba. „Dabei ist das erste Zelt für die lebensbedrohlich Verletzten, das zweite für die Schwerverletzten und das dritte für die Leichtverletzten und weiteren Betroffenen eingerichtet.“ Und da gab es die ersten Hinweise für Raulfs. „Wir haben in den ersten beiden Zelten lediglich ein Beatmungsgerät, und das ist 15 Jahre alt. Sowie mehr Menschen automatisch beatmet werden müssen, wird es kritisch“, erklärte Skiba. Durch die Verbindungen und die speziell in der Gifhorner Bereitschaft programmierte und weltweit einmalige Software ist jederzeit ein Überblick über die betroffenen Personen möglich, ohne gleich persönliche Daten wie Namen erfasst zu haben. Lediglich Geschlecht, das (ungefähre) Alter und der Zustand sind zunächst wichtig.

Im T3-Zelt werden die Leichtverletzten und die weiteren Personen betreut, erzählte Tina Krahmann-Meinecke, Gruppenleiterin für Betreuung, Verpflegung und das T3-Zelt. „Hier werden unter anderem auch Personen mit Schock oder betroffene Kinder beschäftigt und versorgt. Dafür stehen außer Notarzt-Utensilien auch Betreuungskisten zur Verfügung.“ Auch die Wasserwacht war von der SEG aufgebaut worden. „Das eine Rettungsboot ist zwar bereits 30 Jahre alt erfüllt aber noch seinen Zweck“, erläuterte Bereitschaftsleiter Horst Kraemer.

Erster Kreisrat Walter bemerkte zudem, dass die derzeit nicht ausreichenden Zahlungen vom Land sogar demnächst gekürzt werden sollen, was unter anderem dem neuen Konzept, das zur Vereinheitlichung dienen soll, geschuldet sei. „Wer die Musik bestellt, hat sie also nicht bezahlt“, schlussfolgerte Raulfs. Bei einer Erhöhung der Zahlungen müsse man allerdings berücksichtigen, dass diese niedersachsenweit gelten würde.

Von Burkhard Ohse

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