Gifhorn: Schöffengericht verurteilt 28- und 29-Jährigen wegen illegalen Anbaus von Marihuana

Drogen im Naturschutzgebiet

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Ein 28- und ein 29-jähriger hatten im Naturschutzgebiet Viehmoor ein Marihuana-Feld angebaut. Das Schöffengericht hat die beiden Männer nun zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Gifhorn. Ein Wanderer stieß am 3. April 2016 im Naturschutzgebiet Viehmoor auf ein Marihuana-Feld, als er austreten musste. Die informierten Waldarbeiter riefen die Polizei.

Die Beamten legten sich auf die Lauer, bevor sie sich als Erntehelfer betätigten, und erwischten die Gärtner.

Ein 28-Jähriger, nun in Brandenburg wohnhaft, und ein 29-Jähriger aus Gifhorn standen jetzt wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln vor Gericht. Dort gab es einen Warnschuss. Das Schöffengericht verurteilte sie zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, dazu zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Die Menge von 2765 Gramm Cannabis mit einem THC-Gehalt von 3,1 Prozent, somit 85,7 Gramm reines THC, mehr als das Elffache der geringfügigen Menge, machte aus dem Fall ein Verbrechen. „Das war uns nicht bewusst“, erklärte der eine Angeklagte, der derzeit Ökolandbau studiert, zur Schwere der Tat. Die Idee zum Anpflanzen für den Eigenbedarf sei „aus dem Gespräch heraus entstanden“. Der Staatsanwalt forderte die Höhe der Strafe, die das Gericht dann so verhängte. „Es sind Ersttäter, sie sind geständig, es handelt sich um weiche Drogen und sie wurden nicht in Verkehr gebracht, sondern als Eigenbedarf verwendet“, meinte er. Die Anwälte schlossen sich dem an. „Das ist ein Geschenk“, sagte der eine. Für die beiden Angeklagten sei die Festnahme ein „einschneidendes Erlebnis“ gewesen. Auch zu Hause hatte es „das Wort zum Sonntag gegeben“.

Von Burkhard Ohse

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