Bürger aus dem Landkreis Gifhorn fahren überwiegend nach Wolfsburg

Gut dreimal mehr Aus- als Einpendler

Landkreis Gifhorn. Hohe Mietpreise in den Städten und gute Verkehrsverbindungen lassen immer mehr Menschen in Niedersachsen zu Pendlern werden.

Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg der Anteil derjenigen, die in einer anderen Gemeinde wohnen als sie arbeiten, zwischen 2011 und 2016 von 32,5 auf 34 Prozent. Diese Entwicklung kennt man auch im Landkreis Gifhorn – durch die Nähe zu Wolfsburg.

So gab es nach Zahlen der Agentur für Arbeit Helmstedt mit Stand Juni 2016 im Landkreis Gifhorn 40 490 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die ihren Arbeitsort im Landkreis Gifhorn haben. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die im Landkreis Gifhorn wohnen, ist mit 69 659 deutlich höher.

Im Landkreis Gifhorn gibt es insgesamt 43 134 Auspendler – also Menschen, die im Landkreis wohnen und woanders arbeiten. 2011 waren es noch 39 439. Von den aktuell 43 134 Auspendlern fahren 26 871 nach Wolfsburg zum Arbeiten. 13 942 Menschen fahren derweil von außerhalb in den Landkreis, um dort zu arbeiten auch diese Zahl wächst. 2011 waren es noch 10 687 Einpendler gewesen.

Mit rund 77 500 Einpendlern ist Wolfsburg einer der größten Pendler-Magneten Niedersachsens. Rund ein Drittel der Pendler, die dorthin zum Arbeiten fahren, kommen aus dem Landkreis Gifhorn, rund 3000 von ihnen wohnen im Raum Hannover, erklärte die Chefin der Arbeitsagentur für Niedersachsen-Bremen, Bärbel Höltzen-Schoh. „Mit dem ICE dauert die Strecke zwischen Hannover und Wolfsburg nur noch eine halbe Stunde.“

Eine gute Verkehrsanbindung lasse auch entferntere Arbeitsplätze attraktiver erscheinen. Außerdem sorgten Doppelverdiener-Haushalte für den Anstieg bei den Pendlerzahlen: „Bei zwei Berufstätigen gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer pendelt oder der Wohnort so gewählt wird, dass beide pendeln.“ Insgesamt würden besonders in größeren Städten neue Arbeitsplätze entstehen. „Die Beschäftigten weichen zum Wohnen aber vielfach ins Umland aus, da der Wohnraum dort günstiger ist“, sagte Höltzen-Schoh.

Von Dennis Klüting

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