SPD-Mann Heil holt Wahlkreis Gifhorn-Peine – ziehen zwei weitere Kandidaten über Liste ein?

Drei Bewerber in den Bundestag?

Schaute gestern Abend skeptisch: CDU-Kandidatin Ingrid Pahlmann (r.) im Gifhorner Rittersaal. Fotos (2): Ohse
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Schaute gestern Abend skeptisch: CDU-Kandidatin Ingrid Pahlmann (r.) im Gifhorner Rittersaal.
  • Holger Boden
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Landkreis Gifhorn. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Und die Gifhorner CDU-Kandidatin Ingrid Pahlmann verfolgte gestern Abend mit skeptischem Blick im Rittersaal des Schlosses die Erststimmen-Ergebnisse, die aus den einzelnen Wahllokalen im Wahlkreis Gifhorn-Peine eintrudelten.

Am Ende hatte ihr Peiner SPD-Konkurrent Hubertus Heil, der als Generalsekretär seiner Partei den Wahlabend in Berlin verbrachte, die Nase vorn: Mit 37,85 Prozent lag er ähnlich knapp wie 2013 vor Pahlmann, die gestern auf 36,04 Prozent kam.

Alle Ergebnisse aus dem Wahlkreis Gifhorn-Peine (45) und Samtgemeinde Brome (Wahlkreis 51) gibt es hier.

Ob Platz 13 auf der Landesliste für die CDU-Politikerin doch noch das Ticket nach Berlin bedeuten würde, war gestern Abend offen. Pahlmann sah „noch eine kleine Chance“. Im Erstarken der AfD sah die Wilscherin eine Ursache dafür, dass es für sie nicht gereicht hat: „Da werden Stimmen hingegangen sein.“ Das Abschneiden der Rechtspartei nannte Pahlmann „traurig“: „Das ist schade für die Demokratie.“

Da war sie sich einig mit SPD-Mann Heil. Der sah in dem Ergebnis der AfD einen „bitteren Abend für die parlamentarische Demokratie“. Er freue sich derweil über das eigene starke Abschneiden im Wahlkreis, gegen den Bundestrend.

Heil vor Pahlmann: Das Ergebnis bei den Erststimmen im Wahlkreis Gifhorn-Peine.

Wenige SPD-Mitglieder sah man im Rittersaal. Die AfD feierte ihren Wahlerfolg im Leiferder Gutsherrenkrug, die übrigen Parteien machten sich in Gifhorn ebenfalls rar. Lediglich die Grünen waren stärker vertreten. „Ich bin sehr erfreut, dass wir unser Bundesergebnis verbessern konnten“, sagte Klaus Rautenbach, Fraktionschef der Grünen im Kreistag. Bedenken habe er bei einer Jamaika-Koalition. „Mal schauen, welche Inhalte wir durchbekommen. Falls die CDU nun nach rechts rückt, wegen der Flüchtlinge, gibt es auch bei den Grünen eine Grenze.“

AfD-Direktbewerber Rupert Ostrowski, der mit 9,85 Prozent die drittmeisten Erststimmen erhielt, zeigte sich „angenehm überrascht“ vom Abschneiden seiner Partei. „Wir wollten zweistellig werden, 13 Prozent sind erfreulich. Aber 100-prozentig zufrieden darf man nie sein.“ Über einen Listenplatz verfügt der Ausbütteler nicht.

Ob der Wahlkreis Gifhorn-Peine noch einen weiteren Abgeordneten in den Bundestag entsenden wird, entscheidet sich, wie bei Pahlmann, erst mit dem amtlichen Endergebnis: „Ich stehe auf der Kippe“, sagte FDP-Kandidat Holger Flöge. Für ein Direktmandat reichte es für ihn nicht, doch mit Platz 8 auf der Landesliste gab es gestern Abend noch Chancen.

Für die Grünen-Bewerberin Stefanie Weigand, mit Listenplatz 11 ausgestattet, dürfte es eng werden.

Von Holger Boden und Burkhard Ohse

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