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Deutlich weniger Straftaten

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Die Zahl der Körperverletzungen im Landkreis Gifhorn ist 2011 leicht gesunken, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Erhebliche Rückgänge gab es bei Diebstählen und Vermögensdelikten. Foto: dpa

Landkreis Gifhorn. Die Zahl der Straftaten im Kreis Gifhorn ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Insgesamt verzeichnete die Polizeiinspektion (PI) Gifhorn 8569 Fälle – 862 oder 9,14 Prozent weniger als im Jahr 2010.

Das waren kreisweit die wenigsten Straftaten seit mehr als zehn Jahren. Diese Zahlen nannte Michael Feistel, Leiter der Polizeiinspektion, gestern bei der Vorstellung der offiziellen Kriminalstatistik.

„Der Landkreis Gifhorn gehört zu den sichersten in Niedersachsen“, sagte Feistel. Die hiesige Aufklärungsquote lag 2011 bei 63,37 Prozent – etwa zwei Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Zusammen mit der rückläufigen Entwicklung bei den Straftaten seien das „klare Indizien für eine erfolgreiche Polizeiarbeit 2011“, betonte er.

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Michael Feistel

In fast allen Deliktsgruppen hat sich die Zahl der Straftaten im vorigen Jahr verringert, sagte Mathias Müller-Sonnenberg, Leiter der Analysestelle der PI Gifhorn. Kreisweit gab es acht Straftaten gegen das Leben – zwei weniger als im Jahr zuvor. „Darunter waren sechs versuchte Totschläge, eine fahrlässige Tötung und ein Ermittlunsgverfahren wegen versuchten Mordes“, berichtete Müller-Sonnenberg. „Es ereignete sich aber kein vollendetes, vorsätzlich begangenes Tötungsdelikt.“ Alle acht Fälle wurden aufgeklärt.

Die Zahl der Rohheitsdelikte – darunter fallen beispielsweise Körperverletzungen – und der Straftaten gegen die persönliche Freiheit ist geringfügig gesunken: von 1359 auf 1342 Fälle. Hier waren die polizeilichen Ermittler besonders erfolgreich, denn 93 Prozent aller Taten wurden 2011 aufgeklärt.

Einen deutlichen Rückgang verzeichnete die PI Gifhorn bei den Diebstählen. Deren Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr um etwa acht Prozent verringert – von 3237 auf 2974 Fälle. Sowohl Einbrüche in Wohnungen als auch Pkw-Diebstähle sind seltener geworden. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich erhöhte sich leicht auf etwa 36 Prozent.

Im Jahr 2011 hat die Polizei im Raum Braunschweig organisierte Banden dingfest gemacht, die für zahlreiche Pkw-Diebstähle verantwortlich waren. In der Folgezeit ereigneten sich weniger dieser Delikte. „Bei den Tätern handelt es sich um Osteuropäer. Sie überwinden die Wegfahrsperren der Fahrzeuge mühelos“, erläuterte Jürgen Schmidt, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Erheblich angestiegen ist dagegen die Computerkriminalität. Gab es 2008 noch 64 angezeigte Fälle im Kreis Gifhorn, waren es drei Jahre später bereits 128. Auf dem Rückzug sind hingegen die Vermögens- und Fälschungsdelikte wie zum Beispiel Waren- und Leistungskreditbetrug. Hier registrierte die Polizeiinspektion Gifhorn insgesamt 1610 Taten – nach 1855 im Vorjahr.

Bei der Jugendkriminalität hat sich die Lage leicht entspannt. 2011 gab es weniger tatverdächtige Kinder und Jugendliche im Bereich der Körperverletzungen und auch weniger junge Leute, die Straftaten unter Alkoholeinfluss begangen haben. Dagegen hat die Rauschgiftkriminalität weiter zugenommen. Hier stieg die Zahl der Taten von 286 auf 324. „Synthetische Drogen wie Amphetamine sind im Landkreis Gifhorn deutlich auf dem Vormarsch. Der Drogenhandel spielt hier eine erhebliche Rolle“, bilanzierte Müller-Sonnenberg.

Von Bernd Schossadowski

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