Kleiner Waffenschein im Landkreis nicht mehr so begehrt wie in 2016

Deutlich weniger Anträge

+
Drei Schreckschusspistolen umrahmen einen kleinen Waffenschein: Das Papier wurde 2016 deutlich stärker nachgefragt.

Landkreis Gifhorn. Die Zahl der Anträge auf Ausstellung eines kleinen Waffenscheins sind im Landkreis Gifhorn zuletzt deutlich zurückgegangen. Zur Erinnerung: Anfang Januar 2016 war die Nachfrage auch im hiesigen Kreis stark angestiegen.

In den ersten vier Wochen gab es damals fast so viele Anträge wie im kompletten Jahr 2015. Beobachter hatten das auf die Entwicklungen in der Flüchtlingskrise zurückgeführt und insbesondere auf die Ereignisse der Kölner Neujahrsnacht 2015/2016. Daraus sei ein subjektives Sicherheitsbedürfnis entstanden.

Im Jahr 2016 wurden im Landkreis (ohne das Stadtgebiet) 294 kleine Waffenscheine ausgestellt. Im Jahr 2017 lag die Zahl bei 174. Im Januar dieses Jahres wurden 25 kleine Waffenscheine ausgestellt. Im Vorjahr waren zu diesem Zeitpunkt bereits 36 erteilt worden, sodass laut dem Ersten Kreisrat Dr. Thomas Walter davon auszugehen ist, dass die Anzahl 2018 das Vorjahresniveau nicht übersteigen wird.

Der kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reiz- oder Signalwaffen. Daher braucht nur derjenige einen kleinen Waffenschein, der seine Waffen in der Öffentlichkeit tragen möchte, betont Walter. Darüber hinaus sei zu bedenken, dass beispielsweise Gas- oder Schreckschusswaffen oft nicht von scharfen Waffen zu unterscheiden sind. Ein Einsatz einer solchen Waffe könne eine gefährliche Reaktion auslösen. Daher sei den Menschen zu raten, sich intensiv über mögliche Alternativen zu informieren, um eine „Scheinsicherheit“ zu verhindern.

Genau das unterstreicht auch Polizeisprecher Thomas Reuter. Er geht davon aus, dass die Zahl der Anträge weiter zurückgehen wird: „Der Bedarf ist abgedeckt.“ Diejenigen, die es vorhatten, hätten den kleinen Waffenschein inzwischen beantragt und so ihr subjektives Sicherheitsbedürfnis gestillt. Ein statistischer Einfluss durch die private Aufrüstung auf die Straftaten sei bisher überhaupt nicht zu erkennen, hält Reuter fest. Die Bürger benutzen die Waffen also nicht. Viele würden den Antrag auch nur stellen, um an Silvester schießen zu dürfen.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare