Stallpflicht

Angst vor der Geflügelpest im Landkreis Gifhorn

Geflügelpest im Kreis Hessen
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Wer tote Wildvögel im Landkreis Gifhorn findet, sollte diese umgehend melden. Eine indirekte Infektion der Hausflügelbestände droht.
  • Hilke Bentes
    VonHilke Bentes
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Landkreis Gifhorn – Vom Krisenstatus zur Aufstallpflicht – die Einschläge der Geflügelpest kommen im Landkreis Gifhorn bedrohlich nah. In zwei Nachbarlandkreisen wurde das Virus in Beständen von Hausgeflügel bestätigt. Ab heute gilt die Aufstallpflicht also im ganzen Kreisgebiet (siehe gestrige Allgemeinverfügung des Landkreises).

Sowohl im Landkreis Celle als auch im altmärkischen Rohrberg wurden Fälle der Geflügelpest gemeldet. In Rohrberg mussten vor knapp zehn Tagen etwa 30 000 Puten notgetötet und anschließend unter strengsten Hygieneauflagen entsorgt werden. Die Überwachungszone des Altmarkkreises grenzt im Bereich Brome fast an die Landkreisgrenze.

Für die Kreisverwaltung kann eine Infektion der Hausgeflügelbestände auf den indirekten Kontakt mit Wildvögeln hin nicht ausgeschlossen werden. Es sei daher auch für den Landkreis von einer Gefährdung der Geflügelbestände durch Wildvögel auszugehen, so die alarmierende Einschätzung aus dem Schloss.

Nach dem Inkrafttreten der Allgemeinverfügung darf Hausgeflügel nur noch im Stall oder unter einer flüssigkeitsdichten Abdeckung mit kompletten seitlichen Schutz gegen das Einfliegen von Vögeln gehalten werden. Der seitliche Schutz kann beispielsweise auch aus einem engmaschigen Netz bestehen.

Bei der reinen Stallhaltung von Geflügel, das vorher im Freiland gehalten wurde, liege es besonders in der Verantwortung des Tierhalters, seine Tiere auch im Stall artgerecht zu halten. Insbesondere Licht, gute Luftzufuhr und ausreichend Platz seien laut Kreis wichtig, um eine tierschutzgerechte Haltung der Tiere sicherzustellen.

Die Aufstallung dient jedoch der Verminderung des Einschleppungsrisikos der Geflügelpest in Geflügelbestände und wird als absolut notwendig angesehen. Die Kreisverwaltung appelliert an alle Geflügelhalter, die Schutzmaßnahmen auch einzuhalten.

Appell an die Bevölkerung

Wer tote Wasservögel oder Greifvögel findet, wird gebeten, dies umgehend beim Landkreis Gifhorn, Abteilung Veterinärwesen (veterinaeramt@gifhorn.de oder unter der Rufnummer (05371) 82 391) zu melden. Wichtig bleibt auch, vermehrte Todesfälle und unklare Krankheitsfälle im eigenen Geflügelbestand durch den eigenen Tierarzt untersuchen zu lassen.

Bei erhöhten Tierverlusten im Bestand ist eine veterinärmedizinische Untersuchung durch den Hoftierarzt vorgeschrieben, um ein unklares Krankheitsgeschehen im Bestand abzuklären und das Vorliegen einer Infektion mit Geflügelpestviren auszuschließen. Sollten Geflügelhaltungen bislang nicht beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse registriert worden sein, sollte dies schnellstens nachgeholt werden.

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