Bis Anfang Juni kaum Erst-Termine im Kreis Gifhorn

Der Impf-Turbo stottert

Fünf Spritzen für Corona-Impfungen liegen in einer Schale.
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Nur eine Handvoll Spritzen - das Bild scheint die Knappheit der Vakzine für Erstimpfungen in Niedersachsen zu symbolisieren.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Landkreis Gifhorn – Von wegen Impf-Turbo: Die Vakzine bleiben ein knappes Gut. Das bekommt jetzt der Landkreis Gifhorn zu spüren, der voraussichtlich wie alle Landkreise in Niedersachsen bis Ende Mai nur wenige Erstimpfungen anbieten kann. Der Hintergrund: Das Land bildet derzeit Rücklagen für Zweitimpfungen, um diese im Juni gesichert anbieten zu können. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, auch die Arztpraxen müssten sich nun zunächst auf Zweitimpfungen konzentrieren. Erst ab Anfang Juni sollen wieder verstärkt Erstimpfungen möglich sein.

Gifhorns Landrat Dr. Andreas Ebel bezeichnete das am Mittwoch als „ganz schlechte Nachricht“. Denn weil nun vorerst kein Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna zur Verfügung stehen wird, müssen viele Menschen, die jetzt an der Reihe gewesen wären, weiter auf ihren ersten Termin warten. Dazu gehören beispielsweise Mitarbeiter weiterführender Schulen und die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren.

Das hat Mitte der Woche bei Betroffenen bereits für massive Enttäuschung gesorgt. Am Gymnasium Hankensbüttel etwa sollen nun 70 impfwillige Lehrer in der Warteschleife hängen, wie aus Schulkreisen zu erfahren war. Die Hoffnung auf baldige Impfungen war umso größer, weil die Kampagne an den weiterführenden Schulen im Landkreis bereits begonnen hatte. So wurden nach Angaben des Landkreises am 8. Mai am Gifhorner Humboldt-Gymnasium 66 Personen geimpft, am Meiner Philipp-Melanchthon-Gymnasium waren es 60, an der BBS I weitere 92. Die Feuerwehr in der Samtgemeinde Papenteich durfte bisher 240 Kameraden zum Impfen schicken.

Mit noch verfügbaren Mengen sind für dieses Wochenende bereits Impfungen für weitere Feuerwehrleute im Papenteich, in den Samtgemeinden Meinersen und Boldecker Land sowie in der Gemeinde Sassenburg angesetzt, dazu auch für Personal der IGS Sassenburg. Das war es dann erst einmal. „Weitere Terminierungen konnten aufgrund der Impfstoffankündigungen des Landes, die noch nicht erfolgt waren, bisher nicht vorgenommen werden“, erklärt Ebel.

Fest eingeplant sind derweil noch ausstehende Zweit-impfungen beim Personal der Grund-, Sonder- und Förderschulen im Kreisgebiet.

Ebel zufolge bekommt der Landkreis nun mindestens bis Ende Mai für Erstimpfungen nur Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson – „und auch das nur in sehr geringen Mengen“. Beides darf im Impfzentrum nur an Über-60-Jährige verimpft werden. Wer dieser Altersgruppe angehört und an weiterführenden Schulen arbeitet oder bei der Feuerwehr ist, soll kurzfristig ein Impfangebot bekommen.

„Ich bedauere diese Entwicklung außerordentlich“, sagt Ebel. Er appelliert ans Land, „schnellstmöglich“ mehr Impfstoff für Erstimpfungen zur Verfügung zu stellen.

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