Drei Veranstaltungen an zwei Tagen in Gifhorn

Demos für und gegen das Impfen im Kreis Gifhorn

Teilnehmer einer Demo für die Einhaltung der Corona-Auflagen in Gifhorn.
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Auch am 10. Januar wird es wieder eine Gegendemo zu den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Gifhorn geben. Am Dienstag ist eine Menschenkette geplant.
  • VonBurkhard Ohse
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Gifhorn – „Es tut sich was in unserer Provinzmetropole.“ Mit diesen Worten leitet Jörg Prilop, Sprecher vom Bündnis Bunt statt Braun, die Einladung für die Menschenkette am Dienstag ein. Mit der soll ein deutliches Zeichen gegen die Demonstranten gesetzt werden, die montags gegen Impfplicht und Corona-Maßnahmen auf die Straßen gehen und sich selbst als „Montagsspaziergänger“ bezeichnen.

Dabei dürfen diese am 10. Januar laut Verordnung der Stadt nicht vom Schillerplatz aus starten, sondern müssen sich ab 18.30 Uhr am Schützenplatz an der Stadthalle versammeln. Von dort aus zieht der Demonstrationszug dann gen Braunschweiger Straße. Die Gifhorner AfD hat erneut zu einer Mahnwache „gegen die Spaltung der Gesellschaft“ aufgerufen und will „selbstverständlich die Auflagen befolgen wie bisher auch“. „Wir stehen für Deeskalation und nicht Konfrontation“, erklärte der AfD- Fraktionsvorsitzende Stefan Marzischewski-Drewes.

Stadtverwaltung und Polizei hatten sich zu der Demonstration abgesprochen und den verantwortlichen Versammlungsleitern zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie aus Infektionsschutzgründen neue Auflagen gemacht (das IK berichtete). Entsprechend der aktuell gültigen Allgemeinverfügung gilt für alle Teilnehmer die FFP2-Masken- und Abstandspflicht von 1,5 Meter. Die sollen laut Stadt und Polizei diesmal auch rigoroser durchgesetzt werden als zuvor: „Werden bei Versammlungen erneut Verstöße gegen Auflagen festgestellt, ergehen in einem gestuften Verfahren erneut Hinweise auf diese Auflagen und bei weiterer Nichtbeachtung Maßnahmen zur Verfolgung der damit einhergehenden Ordnungswidrigkeiten.“

Das Team um Dr. Detlef Eichner, das am 3. Januar erstmals mit mehr als 200 Teilnehmern einen Kontrapunkt gegen die Gegner der Coronamaßnahmen gesetzt hatte, ist ebenfalls weiter aktiv und wird am 10. Januar ab 19.30 Uhr auf dem Marktplatz und an den folgenden Montagen auf dem Schiller- und auf dem Marktplatz Präsenz zeigen.

Daher stehen am 10. und 11. Januar drei Großdemonstrationen für die Kreisstadt an. Zu der Menschenkette am Dienstag haben viele Menschen aus Initiativen, Bündnisse, Verbände, Kirchen und Parteien aufgerufen. Die Kette soll um 18 Uhr starten. Laut Prilop werden auch Landrat Tobias Heilmann und Bürgermeister Matthias Nerlich dabei sein. „Gifhorn mit Abstand solidarisch“ ist das Motto der Aktion „gegen die Pandemie, für das Impfen, gegen die sogenannten Montagsspaziergänge und für die Demokratie“. Dafür sind vier dezentrale Treffpunkte um 17.45 Uhr vorgesehen. Teilnehmer können sich auf dem Marktplatz, der Aller-Brücke beim Ziegendenkmal, am Ceka-Brunnen und auf dem Schillerplatz treffen. Auf allen vier Plätzen sind zunächst kurze Redebeiträge vorgesehen, für die Lautsprecheranlagen aufgestellt werden. Vier Ansprechpartner des Bündnisses sind vor Ort. Prilop bittet darum, „möglichst bunte Tücher, Schals, Stoffbänder“ mitzubringen, „damit alle Menschen der Kette verbunden werden können.“

Schon beim Aufbau der Kette sind Abstände einzuhalten und FFP2-Masken zu tragen, weisen die Organisatoren hin. Bereits um 17 Uhr treffen sich alle Leute auf dem Marktplatz, die bereit sind, als Ordner die Aktion zu unterstützen. „Wir brauchen sehr viele freiwillige Ordner, die bitte möglichst bunte Warnwesten mitbringen“, appelliert Prilop. Am letzten Donnerstag gab es eine Informationsaktion des Bündnisses in der Fußgängerzone bezüglich der Pandemie. Dabei wurde informiert und insgesamt 170 FFP2-Masken gesammelt, die an sozial Benachteiligte Personen verteilt werden sollen. „Ein Großteil der Masken ist bereits weitergegeben worden“, sagt Prilop. Am Dienstag werden FFP2-Maskensammelkartons bei den vier Treffpunkten stehen.

Die Grünen begrüßen diese Aktion sehr, da sie „ein klares Gegengewicht“ zu einer „lauten Minderheit am Montag“ darstelle, wie Anke Reinemann, Kreissprecherin der Grünen betont. „Die Mehrheit der Bürger zeigt sich solidarisch, insbesondere mit den vulnerablen Gruppen der Bevölkerung und daher unterstützen wir, dass die Mehrheit nun ein starkes Zeichen setzt.“ Henrik Werner, Co-Sprecher ergänzt: „Durch die Pandemie kommen wir nur gemeinsam und solidarisch; mit Fakten, konsequenten Impfungen und der Einhaltung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen.“

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