Insgesamt 69 Menschen im Landkreis Gifhorn mit der Virus-Mutation infiziert

Corona im Landkreis Gifhorn: 13 Delta-Fälle trotz Impfung

Eine Frau erhält eine Impfung gegen das Corona-Virus.
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Impfung gegen Corona: Die Delta-Variante kann den Schutz in einigen Fällen offenbar „knacken“, das Vakzin schützt aber nach aktuellem Kenntnisstand trotzdem vor schweren Verläufen.
  • Holger Boden
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Landkreis Gifhorn – Auch im Landkreis Gifhorn gibt es bereits Fälle von Corona-Infektion trotz Schutzimpfung: Bei 13 Geimpften ist die Delta-Variante nachgewiesen worden. Das hat eine Anfrage des IK bei der Gifhorner Kreisverwaltung ergeben.

Dass die Delta-Variante den Impfschutz unter Umständen überwinden kann, war bereits in vielen Ländern beobachtet worden. Experten führen das auf bestimmte Risikofaktoren bei den betroffenen Patienten zurück. Gleichzeitig sei durch die Impfung dennoch von einem Schutz vor schweren Verläufen auszugehen. Insgesamt haben sich laut Landrat Dr. Andreas Ebel bislang 69 Personen im Landkreis mit der Virus-Mutation angesteckt. Der Großteil von ihnen – 56 Infizierte – war nicht geimpft.

Generell, so Ebel, sei wie auch auf Bundes- und Landesebene seit Anfang Juli ein erneuter, kontinuierlicher Anstieg des Infektionsgeschehens im Landkreis zu erkennen. Mit der aktuellen Inzidenz (am Dienstag 36,3) liege Gifhorn noch deutlich unter dem Bundestrend (am Dienstag 58,0). „Die Infektionsquellen sind überwiegend dem familiären Bereich und dem Kreis der Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten zuzuordnen“, erklärt der Landrat. Perspektivisch sei eine weitere Zunahme zu erwarten.

Gegen die aktuell geltenden Corona-Regelungen wurde zuletzt eine Reihe von Verstößen im gewerblichen Bereich registriert, wie Ebel berichtet. So seien in den vergangenen acht Wochen 360 Gewerbebetriebe durch Mitarbeiter des Landkreises aufgesucht worden. Dabei seien in 38 Betrieben Verstöße festgestellt worden – überwiegend ging es um fehlende Hygienekonzepte. Zum Teil wurden auch fehlende Hinweise auf Abstandsgebot und Maskenpflicht, Mängel bei der Kontaktdatenerhebung und das nicht korrekte Tragen der Maske beim Personal beanstandet. Die Behörde leitete jeweils Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Außerhalb des Gewerbebereiches seien „nur wenige Ordnungswidrigkeitenverfahren anhängig“, so der Landrat.

Unterdessen ist nach Angaben der Kreisverwaltung noch nicht abzusehen, wie sich die geänderte Empfehlung der Ständigen Impfkommission vom 16. August auswirkt, wonach auch 12- bis 17-Jährigen eine Corona-Impfung empfohlen wird. 967 Angehörige dieser Altersgruppe sind bisher vollständig geimpft, 696 haben die Erstimpfung erhalten, 54 haben einen Termin für die Erstimpfung gebucht.

Die Minderjährigen können laut Ebel im Impfzentrum jederzeit ohne Terminvereinbarung geimpft werden, sofern sie von einem Elternteil begleitet werden und die unterschriebenen Einverständniserklärungen vorliegen. Die letzten Erstimpfungen im Impfzentrum Gifhorn werden am 31. August vorgenommen. Das Land Niedersachsen plane dort für den 30. und 31. August eine Sonderimpfaktion für 12- bis 17-Jährige.

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