Gaststätten auf Land bedroht

Dehoga-Bezirksverband: Wahlen und Sorgen bei Versammlung in Gifhorn

Boom in den Städten, Schwierigkeiten auf dem Land – auf der Herbstversammlung des Dehoga-Bezirksverbandes zeichneten die Versammelten ein teils düsteres Bild vom Hotel- und Gaststättengewerbe.
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Boom in den Städten, Schwierigkeiten auf dem Land – auf der Herbstversammlung des Dehoga-Bezirksverbandes zeichneten die Versammelten ein teils düsteres Bild vom Hotel- und Gaststättengewerbe.

Gifhorn. Die Herbstversammlung des Dehoga-Bezirksverbandes Lüneburg fand jetzt im Deutschen Haus in Gifhorn statt. Dabei stellte das Thema Wahlen einen Schwerpunkt dar, vor allem die Probleme des Gastgewerbes in der Lüneburger Heide traten dabei aber auch offen zu Tage.

Vor den bevorstehenden Bundes- und Landtagswahlen hat der Dehoga einen Wahlcheck mit allen Kandidaten und Parteien durchgeführt. Die Meinung zu den Schwerpunktthemen Wochenarbeitszeit, Reduzierung der bürokratischen Dokumentationspflicht, Mindestlohn, Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 7 Prozent für Speisen im Gastgewerbe und Hygieneampeln wurden erfragt. Die Positionen der Parteien wurden veröffentlicht – und erzeugten wenig Begeisterung. „Was bleibt, ist die Hoffnung, dass nach den Wahlen auch Änderungen in der Gesetzgebung zum Wohle des Gastgewerbes durchgeführt werden“, so der Bezirksvorsitzende Frank Lehmann, der die Gastronomie in den Landkreisen Gifhorn, Celle, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Heidekreis und Harburg hinter sich vereint. Neu sind die Forderungen an die Politik indes nicht, und um sie durchzusetzen setzt der Dehoga auf Mitgliederwerbung. Denn nur mit einer starken Gemeinschaft könne eine gute Verbandspolitik betrieben werden.

Oliver Kompalla aus Wahrenholz (Mitte) wird vom Bezirksgeschäftsführer Heinz-Georg Frieling (links) und Dehoga-Bezirksvorsitzenden Frank Lehmann verabschiedet.

Neben dem Ausblick auf Bundestags- und Landtagswahlen standen auch Wahlen innerhalb des Verbandes an. Im Oktober werden Präsident und Vizepräsident des Dehoga-Niedersachsen gewählt. Als Kandidat für das Präsidentenamt stellte sich der bisherige Vizepräsident Detlef Schröder aus Groß Meckelsen in Gifhorn vor. Als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten Carius Novák aus Braunschweig und Dirk-Jan F. Warmerdam aus Bad Zwischenahn. Außerdem wurde Oliver Kompalla vom Gasthaus Heiner Meyer aus Wahrenholz nach sechs Jahren Vorstandsarbeit im Bezirk verabschiedet. Frank Lehmann bedankte sich im Namen des gesamten Vorstandes für die geleistete Arbeit und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute.

Mit Besorgnis blickte Lehmann auf die Schließungen kleiner Betriebe. So haben hätten beispielsweise im Kreis Lüchow-Dannenberg bereits 50 Prozent aller Gaststätten dichtgemacht. Dehoga-Kreisvorsitzender Armin Schega-Emmerich aus Gifhorn konnte ebenfalls Betriebe aus seinem Bereich nennen, die aus personellen Gründen ihre Häuser geschlossen haben. „Während in den Städten die Gastronomie boomt, ist auf dem Lande das Kulturgut Gastwirtschaft sehr stark gefährdet und von der Schließung bedroht“, so Lehmann.

Von Siegfried Glasow

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