Polizei registriert fast schon eine Halbierung

Corona senkt Unfallzahlen im Kreisgebiet Gifhorn

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Unfall auf der B 4 bei Wesendorf im Vorjahr: Wenn man der Corona-Krise etwas Gutes abgewinnen will – mit reduziertem Verkehr sinken die Unfallzahlen.

Landkreis Gifhorn – Die Schulen waren komplett geschlossen, Läden haben zugemacht, Veranstaltungen fallen aus, und wer kann, der befindet sich im Homeoffice. Das Resultat ist eine rapide gesunkene Verkehrbelastung auf den Straßen der Bundesrepublik.

Tote gab es in diesem Zeitraum auch im vergangenen Jahr nicht auf den Straßen des Landkreises Gifhorn– doch andere Zahlen machen deutlich, wie der Lockdown in der Corona-Krise den Straßenverkehr auch im Kreisgebiet beeinflusst.

Das IK sprach mit Polizeihauptkommissar Winfried Enderle von der Polizeiinspektion Gifhorn über Zahlen und Sicherheit.

Eine Auswertung der drei Wochen zwischen dem 23. März und dem 12. April zeigt den Rückgang aller Unfallzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „In diesem Zeitraum stehen zehn Schwerverletzten aus dem letzten Jahr vier in diesem Jahr gegenüber“, rechnet Enderle vor. „Also eine deutliche Verringerung.“ Bei den Leichtverletzten sei die Zahl von 32 auf 19 gesunken. „Bei den sonstigen Unfällen sind es dieses Jahr 136 gewesen. 2019 hatten wir noch 261.“

Allein aufgrund der Unfallzahlen sehe man, dass der Verkehr während des Lockdowns sicherer geworden ist, resümiert der Verkehrsexperte. „Besonders erfreulich ist, dass die Anzahl der Schwerverletzten so runter geht“, bewertet Enderle die vorliegenden Zahlen.

Ohne Aussagekraft scheint hingegen die Auswertung anderer Verkehrsdelikte zu sein. Die Zahlen der unter Drogen- oder Alkoholeinfluss ertappten Fahrer weichen im Jahresvergleich nicht signifikant voneinander ab. „Wir haben zwischen dem 16. März und dem 12. April insgesamt 19 Drogen- und Alkoholfahrten festgestellt, davon waren acht Fahrer unter Drogeneinfluss“, weiß der Polizeihauptkommissar. Demgegenüber stünden 15 solcher Fahrten im gleichen Zeitraum des Vorjahres, darunter seien sechs Drogenfahrten gewesen. Enderle: „Das ist wohl natürliche Streuung, davon würde ich nichts ableiten.“

Es hänge letztendlich immer davon ab, was die Polizei für Möglichkeiten habe. „Wenn wir viel zu tun haben, können wir weniger feststellen. Haben wir ein bisschen Luft, gucken wir schon mal genauer hin“, hält Enderle fest.

VON ANDREAS URHAHN

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