Bilanz der Polizei: Viel Disziplin

Im Landkreis Gifhorn: Autofahrt bei Ausgangssperre kostet 200 Euro

Die Gifhorner Fußgängerzone am Abend.
+
Leere in der Gifhorner Fußgängerzone.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
    schließen

Drei Wochen nächtliche Ausgangssperre im Landkreis Gifhorn sind rum. Die Polizei attestiert den Bürgern viel Disziplin. Für einige Autofahrer wird es aber teuer.

Landkreis Gifhorn – Während der dreiwöchigen nächtlichen Ausgangssperre im Landkreis Gifhorn seien die Bürger „sehr diszipliniert“ gewesen – dieses Fazit zieht Polizeisprecher Thomas Reuter auf IK-Anfrage. In der ersten Woche seien durchschnittlich zehn Verstöße pro Nacht registriert worden, in der zweiten und dritten Woche hielten sich dann im Schnitt fünf Bürger pro Nacht nicht an die Verfügung.

Die meisten Verstöße durch Autofahrer

Die Gesamtzahl bewege sich damit „im ganz niedrigen Bereich“, bilanziert Reuter. In fast 100 Prozent der Fälle habe es sich um Autofahrer gehandelt, die zwischen 20 und 5 Uhr ohne triftigen Grund – also etwa Fahrt zur Arbeit oder zum Krankenhaus – unterwegs waren.

Laut Reuter waren das aber in aller Regel keine renitenten Regelbrecher, die provozieren wollten oder nach Ausreden suchten: „Das war in den meisten Fällen einfach Gedankenlosigkeit.“

Gedankenlosigkeit führt zur Anzeige

Vor Strafe schützt das nicht: Wurde nachts jemand erwischt, dann wurde von der Polizei eine Anzeige geschrieben und an die Kreisverwaltung weitergeleitet. Der Landkreis, so Reuter, lege die Bußgelder fest.

Der Polizeisprecher betont, dass seine Kollegen die nächtlichen Kontrollen während der Ausgangssperre sehr gründlich vorgenommen haben: „Sie haben fast jedes Auto angehalten.“ 50 bis 60 Beamte seien kreisweit pro Nacht im Einsatz gewesen. Besondere Schwerpunkte mit Blick auf unerlaubte nächtliche Fahrten habe es nicht gegeben, das Bild sei kreisweit sehr einheitlich gewesen.

Was die Ausgangssperre hinsichtlich der Entwicklung der Corona-Infektionen bewirkt hat – diese Einschätzung sei nicht Sache der Polizei: „Das müssen andere tun.“ Eine Beurteilung sei aber freilich ohnehin nicht leicht, da ja niemand wisse, wie die Zahlen sich in den letzten drei Wochen ohne die verfügten Einschränkungen entwickelt hätten.

Bisher 73 Verfahren

Der Landkreis hatte die Ausgangssperre und andere Maßnahmen am 11. Januar unter dem Eindruck eine 7-Tage-Inzidenz von fast 260 verhängt – Gifhorn machte angesichts hoher Infektionswerte landesweit Schlagzeilen. Das nächtliche Ausgehverbot endete am Montagmorgen und wurde nicht verlängert. Die Inzidenz lag in den letzten Tagen bei Werten um 100.

Der Landkreis bestätigte am Dienstag den Eingang von bislang 73 Anzeigen wegen der Ausgangssperre (Stand 1. Februar) bei der Bußgeldstelle. Ein Erstverstoß werde mit 200 Euro Bußgeld geahndet, erklärte der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter. Dies würde auch für unberechtigte Autofahrten gelten. Alle Anzeigen, so Walter, befinden sich aktuell im Anhörungsverfahren. Bußgeldbescheide hätten bisher aufgrund des Verfahrensstands noch nicht erteilt werden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare