Landkreis Gifhorn will Hospiz- und Palliativmedizin verbessern

Charta für Todkranke

+
Landrat Dr. Andreas Ebel (vorne l.) unterzeichnete die Charta zur Betreuung schwerstranker und sterbender Menschen im Beisein von Rolf Amelsberg, Marion Moring und Olaf Heimburg (hinten r.). 

Gifhorn. Mit Blick auf ein Kranksein und Sterben in Würde: Der Landkreis Gifhorn möchte seine Bestrebungen zur künftigen Betreuung schwerstranker und sterbender Menschen intensivieren. Landrat Dr.

Andreas Ebel unterzeichnete am Donnerstag im Gifhorner Schloss eine entsprechende Charta. So sollen die bereits vorhandenen Strukturen verbessert werden.

Der Entschluss zur Unterzeichnung wurde auf der Pflegekonferenz im Februar dieses Jahres gefasst. Die Charta beinhaltet Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe in der Betreuung der Betroffenen. Sie werden im Hinblick auf deren persönliche Situation und auf die Situation der ihnen Nahestehenden formuliert. Eine weitere Grundlage sind die bisher gemachten Erfahrungen innerhalb der Hospizarbeit, der palliativen Pflege und der Medizin.

„Ich unterstütze diese Initiative von Herzen“, sagte Landrat Ebel. Auch Rolf Amelsberg, Kreisrat und Vorstand, trat für die Unterzeichnung ein. Als Fachbereichsleiter Soziales war Olaf Heimburg mit seiner Mitarbeiterin Marion Moring, die sich im Fachbereich Soziales um Leistungen zur Pflege und Gesundheit kümmert, ebenfalls dabei.

Der Landkreis lädt alle Bürger, die Institutionen der pflegerischen Versorgung sowie auch alle anderen interessierten Personen und Einrichtungen herzlich ein, die Charta zu unterzeichnen. Gemeinsam soll auf eine Verbesserung der Situation für die Betroffenen hingearbeitet werden. Interessierte können sich bei Marion Moring, die beim Landkreis auch für die Heimaufsicht zuständig ist, unter (05371) 82569 oder per E-Mail an marion.moring@gifhorn.de nach dem Text der Charta und den Möglichkeiten einer Mitzeichnung erkundigen.

• Entstanden ist das deutsche Charta-Projekt vor dem Hintergrund einer internationalen Initiative, die als „Budapest Commitments“ auf dem 10. Kongress der European Association for Palliative Care (EAPS) 2007 vereinbart wurde.

Mit dem Ziel, die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen zu verbessern, sollten fünf Bereiche fokussiert und in ihrer Entwicklung gefördert werden. Dabei handelt es sich zunächst Emden Bereich Aus-, Fort- und Weiterbildung, der stärker vorangebracht werden soll. Auch die Forschung zu dem Thema soll weitergehen. Daran angeschlossen soll dann die Politik die entsprechenden Weichen stellen. Als letzte Bereiche sollen das Qualitätsmanagement und die allgemeine Zugänglichkeit der Versorgung mit Arzneimitteln stehen.

18 Länder nahmen diesen Gedanken auf. In Deutschland übernahmen die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK) im Jahr 2008 die Trägerschaft für den nationalen Charta-Prozess.

Der Entwicklungsprozess der Charta wurde von Beginn an durch die Robert Bosch Stiftung gefördert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Deutschen Krebshilfe unterstützt.

Von Dennis Tesch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare