Campingplatz-Streit: Landgericht verhängt Haftstrafe

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Im Landgericht Hildesheim fand der Prozess statt.

Landkreis Gifhorn/Hildesheim. Weil drei rumänische Schwarzarbeiter im Streit um den Job, einen polnischen Schwarzarbeiter auf einem Gifhorner Campingplatz fast zu Tode geprügelt haben, hat das Hildesheimer Landgericht die drei Männer am Mittwoch wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu fünf und fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Kammer ist davon überzeugt, „dass alle drei Angeklagten in einem spontanen und stillschweigenden gemeinsamen Tatentschluss in brutalster Weise auf den Mann eingeprügelt“ hatten, so der Vorsitzende Richter Peter Peschka, wobei sie „billigend in Kauf genommen hatten“, dass ihr Opfer an der „lebensgefährlichen Behandlung“ sterben könnte. Ein Rechtsmediziner hatte bestätigt, dass es nur Zufall war, dass der Mann noch gelebt hatte, als die von der Tochter des Campingplatzbesitzers herbei gerufenen Rettungskräfte eintrafen.

Die drei Angeklagten hatten im Herbst vergangenes Jahr einen Wohnwagen auf dem Campingplatz Stern-See bezogen, um dort auf den Anruf ihres Arbeitgebers zu warten, der die Männer, sobald er Arbeit hatte, als Tagelöhner engagierte. Wenn sie einen Tag Pflaster- und Kanalarbeiten verrichteten, erhielten sie von ihm etwa 50 bis 60 Euro, hatten die Ermittler herausgefunden. Auch ihr späteres Opfer bewohnte mit zwei Landsleuten einen solchen Wohnwagen, um zur Stelle zu sein, wenn einer der beiden regelmäßigen Auftraggeber, die in den Gerichtsakten nur mit den Vornamen „Patrick“ und „John“ bezeichnet wurden, Leute brauchte. Obwohl der Anlass für den Streit in keinem Verhältnis zum strafbaren Handeln steht, ließ sich nicht ohne Zweifel feststellen, dass die Männer beim Einprügeln auf den Mann aus niederen Beweggründen gehandelt hätten. Eine Verurteilung wegen versuchten Mordes hätte bedeutend höher ausfallen müssen.

Von Angelika Jansen

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