Gifhorn: Landwirte wollen mit Verbrauchern ins Gespräch kommen

Bündnis statt Vorbehalte

Walter Lilje (v.l.), Klaus-Dieter Böse, Elke Heuer, Joachim Zeidler und Hans-Joachim Niemann wurden gestern beim Landvolktag in der Gifhorner Stadthalle geehrt. Foto: Ollech
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Walter Lilje (v.l.), Klaus-Dieter Böse, Elke Heuer, Joachim Zeidler und Hans-Joachim Niemann wurden gestern beim Landvolktag in der Gifhorner Stadthalle geehrt.

Gifhorn. Großer Bahnhof gestern beim Landvolktag 2016 in der Gifhorner Stadthalle: Der Vorsitzende des Kreislandvolk-Verbandes Gifhorn-Wolfsburg, Joachim Zeidler, übernahm die Begrüßung.

Es wurde ein Film mit Ausschnitten von Bauern und Landwirten aus ganz Deutschland gezeigt, der deutlich machte, was die Landwirtschaft zu bieten hat. „Dieser Film zeigt die Vielfältigkeit unserer Landwirtschaft und zeigt auch, mit welcher Freude unsere Landwirte ihre Betriebe führen“, sagte Zeidler. Danach übergab er das Wort an den Moderator der nachfolgenden Podiumsdiskussion, Ralf Stephan.

Auf dem Podium saßen Helmut Brachtendorf, Geschäftsführer des Landesbauernverbandes beim Landvolk Niedersachsen, Ricarda Rabe, Referentin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche für Kirche und Landwirtschaft, Martin Schulz, Landwirt und Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft sowie Eric Brennecke, Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen. Stephan gab eine Einleitung zum Thema „Landwirtschaft im Fokus der Öffentlichkeit – warum ist das Image der Landwirtschaft so schlecht?“ „Ich hoffe, dass wir die Bilder, die uns immer wieder von der Landwirtschaft gezeigt und stets durch Populismus geschmückt werden, ein wenig abbauen können“, betonte der Moderator. Da Populismus immer wieder Siege feiere „und wir uns immer wieder fragen, wie kann das, wie zum Beispiel mit der Wahl von Donald Trump in den USA, passieren“, folgerte Stephan: „Wir müssen auch bei uns dagegen angehen, dass so etwas passiert“.

„Wir brauchen ein großes Stück Ehrlichkeit“, betonte Rabe, „um dem Verbraucher die guten Seiten der Landwirtschaft zu vermitteln.“ Brachtendorf hob hervor, dass mehr Transparenz, Offenheit und ein offener Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern geführt werden müsse, um konkrete Veränderungen in der Landwirtschaft herbeizuführen. „Unsere Gesellschaft beobachtet die Landwirtschaft schon seit Jahren sehr kritisch, und deshalb brauchen wir den gesellschaftlichen Dialog, den wir aufgrund der Kritik auch als Zukunftschance sehen müssen“, betonte Schulz. Bezüglich der Veränderungen in der Landwirtschaft betonte Brachtendorf, dass der Bedarf sich an den Bedürfnissen auszurichten habe, und dass die Politik keine falschen Behauptungen in den Medien kommunizieren solle.

„Landwirte und Politik muss man als Team sehen“ griff die ehemalige Landrätin Marion Lau in die Diskussion ein und sagte, dass der Bauernverband immer stark war und immer noch stark genug ist, um sich gegen diese Angriffe zur Wehr zu setzen.

Das Schlusswort sprach Werner Warnecke, stellvertretender Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes. Er betonte, dass aus der jetzigen Situation Lehren gezogen werden müssen, damit die Landwirtschaft ihr Image aufpoliert und im Dialog mit dem Verbraucher den Bauern stärkt.

Zeidler zeichnete die Landwirte Walter Lilje aus Steimke und Hans-Joachim Niemann aus Lüben mit der höchsten Auszeichnung des Landvolkverbandes, der silbernen Ehrennadel mit Urkunde, aus. Die beiden leidenschaftlichen Landwirte hätten sich in besonderem Maße um den Berufsstand und ihre Familienbetriebe verdient gemacht. Außerdem wurde die Mitarbeiterin des Kreislandvolk-Verbandes, Elke Heuer, für ihre 40-jährige Zugehörigkeit geehrt.

Von Hans-Jürgen Ollech

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