„Einäugig“ durch den Verkehr

Bündnis rät zu kostenfreiem Licht-Test für Autos im Kreis Gifhorn

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Sie raten zum Licht-Test: Christian Engel (von links), Michael Neubürger, Lutz Dietrich, Schirmherr und Landrat Dr. Andreas Ebel sowie Stefan Pingel.

Gifhorn – Knapp ein Drittel aller Autofahrer bundesweit fährt „einäugig“, im Landkreis Gifhorn sind es immerhin noch 24,3 Prozent. Mit „Einäugigkeit“ ist ein nicht funktionierender Scheinwerfer am Fahrzeug gemeint.

Mehr Sicherheit durch gutes Licht heißt es daher wieder bis zum 31. Oktober, bereits zum 63. Mal.

Verwarngeld bei fehlender Beleuchtung

Die Aktion „Licht-Test“ bietet der Zusammenschluss von Landkreis, Kreisverkehrswacht, Kfz-Innungsbetriebe und Polizei an. Während die Kfz-Meisterbetriebe einen kostenlosen Lichttest anbieten und bei Bedarf auch gleich die Reparatur oder Einstellung „zu fairen Preisen“ vornehmen, wie Michael Neuburger, Sprecher der Kfz-Innung sagt, ist die Polizei eher für den repressiven Part zuständig. Denn bei fehlerhafter Beleuchtung gibt es ein Verwarngeld. Das liegt für eine defekte Beleuchtung bei 20 Euro, wird jemand gefährdet, etwa durch Blenden, sind es 25 Euro. Kommt es zum Unfall, werden 35 Euro fällig. „Hochgerechnet auf den Fahrzeugbestand fahren rund 15 Millionen Fahrzeuge mit nicht ordnungsgemäßer Beleuchtungsanlage“, sagt Neuburger.

Im Landkreis sei es immer noch jedes vierte Auto, rechnet Christian Engel, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion, vor. Und das gefährde die Sicherheit. Die werde übrigens auch durch nicht optimales Sehen gefährdet. Daher gibt es gleichzeitig zum Lichttest den Aufruf, die eigene Sehfähigkeit bei einem Augenoptiker überprüfen zu lassen. Zudem sollte man die Scheibenwischer austauschen und Raucher sollten die Innenscheibe säubern, fügt Lutz Dietrich von der Kreisverkehrswacht, hinzu.

Plakette singnalisiert die geprüfte Sicherheit

Einen Termin für den Lichttest zu beantragen sei ratsam. „Aber man kann auch einfach vorbeikommen“, sagt Innungsobermeister Stefan Pingel. Überprüft werden Nebel-, Such- und andere erlaubte Zusatzscheinwerfer, Fern- und Abblendlicht, Begrenzungs-, und Parkleuchten, Bremslichter, Schlusslichter, Warnblinkanlage, Fahrtrichtungsanzeiger und die Nebelschlussleuchte, die eingeschaltet werden darf, wenn durch Starkregen oder durch Nebel die Sicht bei weniger als 50 Metern liegt.

Die Licht-Test Plakette 2019 signalisiert der Polizei die bereits geprüfte Sicherheit. Und zusätzlich zum sicheren Autofahren in der dunklen Jahreszeit hat jeder Teilnehmer bei einem dazu angebotenen Gewinnspiel die Chance, ein nagelneues Auto zu gewinnen. Auch nach einem Licht-Test oder bei Neuwagen, bei denen es bereits viele Automatiken gibt, ist der Führer des Fahrzeugs nicht von der Pflicht befreit, die Lichtanlagen seines Fahrzeugs vor der Fahrt zu überprüfen, sagt Engel.

Gerade bei Neuwagen mit automatischer Lichteinschaltung verlassen sich viele Fahrzeugführer auf die Technik. Daher geht ein Appell auch an die Kfz-Fachleute, nach einer Inspektion die Automatik wieder einzuschalten.

VON BURKHARD OHSE

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