Schweigen gegen den Terror

Bündnis „Bunt gegen Braun“ demonstriert in Gifhorner Innenstadt

Mit einem Schweigekreis gedachten die Demonstranten der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Das kaputte Schlauchboot in der Mitte symbolisierte die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge.
+
Mit einem Schweigekreis gedachten die Demonstranten der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Das kaputte Schlauchboot in der Mitte symbolisierte die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge.

Gifhorn. Mit Musik, Gebeten und einem Schweigekreis demonstrierte das Bündnis „Bunt gegen Braun“ am Samstagvormittag in der Gifhorner Fußgängerzone.

Ein defektes Schlauchboot in der Mitte des Schweigekreises diente als Symbol für die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge.

Rund 100 Bürger nahmen teil, etliche andere wurden außerdem durch die Informationsstände erreicht. „Jede Waffe sucht ihren Krieg. Waffen sind der Grund für so viel Gewalt. Mit dem Schlauchboot und Plakaten wollen wir denjenigen gedenken, die die Europäische Union erreichen wollten“, erklärte Mitorganisator Jörg Prilop in seiner Ansprache. „Gifhorn soll weiter eine sehr bunte Stadt bleiben“, forderte er. Anschließend beteten Pastor Georg Julius für die evangelische Kirche, Priester Gabriel Makinisi für die Katholiken und der Imam der türkischen Gemeinde, Ahmet Tanis, für die Moslemische Gemeinde, bevor es die Schweigeminuten gab.

Geistliche der Kirchen und des Islam sprachen Gebete.

„Wir hatten am 6. Februar die Aktion mit den Syrern in der Fußgängerzone und haben gemerkt, dass wir so viel mehr Menschen erreichen als mit einem Ostermarsch“, erklärte Prilop am Rande. Die Aktion im Februar war aufgrund der Pegida-Demonstrationen, der Bildung von Bürgerwehren auch in Gifhorn und der Russlanddeutschen-Demonstration nach der angeblichen Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens, die sich im Nachhinein als unwahr herausstellte, organisiert worden. „Heute demonstrieren wir gegen Waffenexporte, Neonazis, Rassisten und gegen jegliche Form des Terrors“, bekräftigte Prilop, der sich freute, das Bündnis „Bunt gegen Braun“ um einige Gruppen erweitert oder Gruppen wieder zurückgeholt zu haben.

So waren diesmal Vertreter des DGB, der IG Metall, der evangelischen und katholischen Kirche sowie Pfadfinder und Parteien wie die SPD, die Grünen oder die Linke dabei. Vor einigen Jahren war es nach Ausschreitungen am Rande des Ostermarschs zu Unmut einiger beteiligter Gruppen gekommen. „Auch deshalb haben wir mit der Polizei und der Stadt beschlossen auf einen Ostermarsch zu verzichten“, so Prilop. Vor der Kundgebung hatten er und etliche Helfer Aufkleber rechter Organisationen in der Stadt entfernt. Vor und nach den Schweigeminuten spielte das Baban-Trio, Mitglieder einer Flüchtlingsfamilie aus Montenegro, Musik. „Als nächste Aktion wollen wir den Weltflüchtlingstag am 20. Juni vorbereiten. Da planen wir für den 18. Juni ein Sommerfest im Clausmoorhof“, gab Prilop bekannt.

Ungebetene Gäste gab es am Samstag auch. Eine Handvoll in erster Linie schwarzgekleideter Männer aus dem rechten politischen Spektrum näherte sich der Menge mehrfach, wurde aber jedes Mal von Polizeibeamten an der Gruppe vorbeigeleitet.

Von Burkhard Ohse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare