Tourismusbilanz im Kreis Gifhorn: Immer mehr Gruppen buchen Ausflüge

Boom bei den Kurzreisen

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Einer der Anziehungspunkte im Nordkreis ist das Kloster Isenhagen. Im gesamten Landkreis Gifhorn gab es im vorigen Jahr 8,3 Prozent mehr Übernachtungen und 6,9 Prozent mehr Gästeankünfte.

Landkreis Gifhorn. Ein trockenes, warmes Frühjahr, ein weitgehend verregneter Juli und ein goldener Oktober: Der wechselhafte Witterungsverlauf des Jahres 2011 spiegelt sich auch in der Tourismusbilanz im Kreis Gifhorn wider.

Die einzige Konstante: Von Januar bis Oktober – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor – gab es in jedem Monat einen Zuwachs bei den Übernachtungszahlen gegenüber 2010. Im Durchschnitt beträgt das Plus 8,3 Prozent. Diese Bilanz legte jetzt die Südheide Gifhorn GmbH vor.

Den größten Zuwachs verzeichnete der April: 31 911 Übernachtungen bedeuten eine Steigerung um 21,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dagegen legte der nasse und kühle Juli mit insgesamt 36 734 Übernachtungen nur um 1,3 Prozent zu. Im Oktober gab es dafür mit 35 718 Übernachtungen ein Plus von 13 Prozent.

Doch das Wetter ist für Marlis Duda, Geschäftsführerin der Südheide Gifhorn, nicht die einzige Erklärung für die touristische Entwicklung in der Region. „2011 gab es bei uns viele Großbauprojekte wie das neue Krankenhaus in Gifhorn oder den Bau weiterer Windkraftanlagen im Nordkreis. Dadurch haben zahlreiche Geschäftsreisende bei uns übernachtet“, erläutert die Tourismus-Chefin.

Auch die Zahl der Gästeankünfte erlebte 2011 einen Anstieg. Im Durchschnitt betrug das Plus zwischen Januar und Oktober 6,9 Prozent. Ein wichtiger Anziehungspunkt im Nordkreis war auch 2011 das Otter-Zentrum in Hankensbüttel, das mehr als 80 000 Besucher verzeichnete, wie Leiter Mark Ehlers berichtet. Aber auch das Kloster Isenhagen zog zahlreiche Touristen an.

Generell großer Beliebtheit im Kreis Gifhorn erfreuten sich die Kurzreisen. „Wir hatten sehr viele Buchungen von Betriebs- und Vereinsausflügen. Diese Gruppen bleiben dann aber nicht sehr lange“, weiß Marlis Duda. Der Landkreis Gifhorn sei eben eine Kurzreiseregion. Einen auffälligen Trend hat Duda noch festgestellt: Die Gruppenreisenden kommen nun auch verstärkt im Sommer. „Früher war das immer die Zeit für den Familienurlaub.“

Die durchschnittliche Auslastung der Übernachtungsbetriebe lag bei etwa 24 Prozent, im Vorjahr waren es rund 22 Prozent. Doch eigentlich müsste die Quote noch höher sein, wenn das Landesamt für Statistik sein Erhebungsverfahren nicht verändert hätte. „Die Statistiken wurden 2010 offiziell umgestellt und beinhalten neben den gewerblichen Betrieben ab neun Betten jetzt auch die Schlafgelegenheiten auf den Campingplätzen“, erklärt Marlis Duda. Das habe die durchschnittliche Auslastung wegen der saisonalen Schwankungen bei den Campingplätzen nach unten gedrückt. „Mit der Statistik-Umstellung sind wir nicht sehr glücklich“, gibt Duda zu.

Trotzdem blickt sie zuversichtlich auf das laufende Jahr. Wie bereits 2011 will die Südheide Gifhorn den Busreisemarkt gezielt ansprechen. Dazu wurde eine Agentur beauftragt. Bustouristen seien hauptsächlich ältere, agile Menschen mit viel Zeit und überdurchschnittlichem Einkommen. „Diese Zielgruppe der ,Best Ager‘ wird immer wichtiger“, betont Duda.

Von Bernd Schossadowski

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