Pilotprojekte an Gifhorner Kreisstraßen und am Kreishaus II

Blühstreifen für Insekten

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Auch hinter dem Kreishaus II in Gifhorn ist eine Blühwiese geplant. 

Landkreis Gifhorn – Die Gifhorner Kreisstraßen sollen insektenfreundlicher werden. „Wir haben beschlossen, künftig das Straßenbild an Kreisstraßen, insbesondere aus Gründen des Naturschutzes neu zu gestalten“, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel.

Dafür sollen unter anderem die Mäharbeiten ab heute, 15. Mai, im Seitenraum der Kreisstraßen auf die Bereiche der Leitpfosten und der vorhandenen Sichtdreiecke beschränkt werden. „Da ist das Mähen aus Gründen der Verkehrssicherheit nötig“, erklärt Ebel. In den übrigens Teilen sollen die Pflanzen wachsen können, dort finden einschließlich der Gräben Mäharbeiten erst am dem 15. September eines jeden Jahres statt. Damit soll das Blütenangebot für Insekten erhört werden, wobei es auch etliche nicht blühende heimische Kräuter gibt, so der Landrat.

Als zweite Maßnahme ist geplant, die vorhandene Grünfläche hinter dem Kreishaus II wieder in eine artenreiche Grünlandfläche zu entwickeln und so der Vielfalt in der Natur Raum zu geben. Darüber hinaus soll geprüft werden, in Pachtverträgen des Landkreises eine Regelung zur Anlage von Blühstreifen aufzunehmen. In einem Pilotprojekt soll die Einsaat eines Blühstreifens in dem Seitenraum entlang des Radwegs der K 123 zwischen Knesebeck und Emmen erfolgen. Dort kommt eine Mischung von Wildblumen und Kulturblumen im Verhältnis sieben zu eins zur Anwendung. „Nach Absprache mit dem Leiter des Otter-Zentrums, Dr. Oskar Kölsch, wird eine Blühstreifenmischung links und rechts auf den Banketten vom Radweg eingesät. Hierbei handelt es sich um Rasensamen, der mit dieser speziellen Blühstreifenmischung versetzt ist“, erklärt Ebel. Im Juli soll eine Kartierung mit entsprechenden Fotos erfolgen, um das Ergebnis auszuwerten.

Im kommenden März und April 2020 folgen weitere Pilotprojekte mit einer anderen Saat-Zusammensetzung an der K 89 von der B 4 nach Vordorf sowie an der K 2 von Groß Oesingen bis zum Beginn des Waldes vor dem Erdölwerk. Nach Auswertung auch dieser beiden Projekte sollen künftig Kriterien der Gestaltung an den Kreisstraßen festgelegt werden, so Ebel.

Uwe Peters, Landkreisverwaltung

Uwe Peters von der Landkreisverwaltung ist derzeit zudem dabei, eine Bestandsaufnahme von Bäumen an Kreisstraßen aufzunehmen. „In Absprache mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel wollen wir dann Regelungen für die Nachpflanzungen von Bäumen erstellen, um unsere Alleen und Baumreihen zu erhalten“, erklärt Ebel. Dabei gelte es einen Kompromiss zwischen dem Naturschutz und der Verkehrssicherheit zu finden. Die Ideen für die Projekte wurden bei Runden Tischen gemeinsam mit Vereinen und Verbänden, so dem Landvolk, den Landfrauen, den Kommunen, Umweltverbänden sowie der LSW erstellt.

Laut Kreisrat Mirco Schmidt soll auch die Bevölkerung weiter sensibilisiert werden. „Jeder kann auch bei sich etwas tun“, sagt er. Tipps dazu gib es unter anderem auf der Seite des Landkreises www.gifhorn.de, auf der auch über den Eichenprozessionsspinner informiert wird.

VON BURKHARD OHSE

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