Um rund 25 Prozent gesunken

Blitzer-Einnahmen: Der „Gewöhnungseffekt“ im Landkreis Gifhorn

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An die Blitzer im Landkreis, wie an diesen in Wagenhoff, haben sich die Autofahrer schon gewöhnt.

Landkreis Gifhorn. Rund 25 Prozent weniger verdiente der Landkreis Gifhorn im Jahr 2016 an Autofahrern, die mit überhöhter Geschwindigkeit an stationären Messanlagen, den im Volksmund so genannten Blitzern, vorbeigerauscht waren.

Das bedeutet aber nicht gleich, dass weniger Raser auf den Straßen unterwegs sind.

Die Einnahmen aus Ordnungswidrigkeiten, die durch kommunale Überwachungsanlagen festgestellt wurden, lagen im Jahr 2016 bei 1,68 Millionen Euro, im Jahr davor waren es 2,11 Millionen Euro, wie Michael Funke, Leiter des Fachbereichs Ordnung, Verkehr und Veterinärwesen beim Landkreis Gifhorn, auf IK-Anfrage mitteilte. „Grundsätzlich ist zu beobachten, dass nach einer gewissen Betriebsdauer die Standorte der Anlagen bei ortskundigen Fahrern bekannt sind und sich dadurch die zunächst hohen Fallzahlen reduzieren.“ Dieser „Gewöhnungseffekt“ sei zwischenzeitlich bei den neu errichteten Anlagen eingetreten.

Grundsätzlich können laut Funke Fotos aus Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen auch als Beweis für weitere Ordnungswidrigkeiten, etwa Handyverstöße, herangezogen werden. Diesbezüglich erfolge jeweils eine Prüfung im Einzelfall. Eine Auswertung der Fallzahlen erfolgt allerdings nicht.

In Braunschweig wird verstärkt in Tempo-30-Zonen und an neuralgischen Punkten wie Schulen und Kitas kontrolliert. Der Landkreis Gifhorn geht anders vor. „Das derzeitige Geschwindigkeitsüberwachungskonzept, das unter Mitwirkung der Polizei erarbeitet wurde, legt den Schwerpunkt insbesondere auf die Überwachung der Bundesstraßen im Landkreis, da hier die Unfallschwerpunkte liegen“, erklärte Funke. „Aktuell ist eine Überarbeitung des Konzeptes und eine damit verbundene Erweiterung der Standorte nicht geplant.“

Von Dennis Klüting

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